Kampf gegen den Krebs: Dresdner Forscher vor entscheidender Entdeckung?

Dresden - Erfolg am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC): Forschern gelang ein weiterer Schritt im Kampf gegen den Krebs.

Zellen mit ausgeschaltetem MLLT6-Gen bildeten deutlich weniger PD-L1-Protein (grün), das wichtige Immunzellen ausbremst wie in dieser Darmkrebszelle.
Zellen mit ausgeschaltetem MLLT6-Gen bildeten deutlich weniger PD-L1-Protein (grün), das wichtige Immunzellen ausbremst wie in dieser Darmkrebszelle.  © Mirko Theis/NCT/UCC Dresden

Immuntherapien zeigten in den vergangenen Jahren zwar beachtliche Erfolge. Doch es gibt ein bislang ungelöstes Problem: Im menschlichen Körper entarten regelmäßig Zellen.

Für gewöhnlich werden sie vom Immunsystem frühzeitig erkannt und ausgeschaltet. Doch manchen Zellen gelingt es, den körpereigenen Schutzvorkehrungen zu entgehen. Später können sie dann zu Tumoren heranwachsen.

Die Forscher arbeiten daran, den Werkzeugkasten der Immuntherapien zu erweitern, das Ausweichen der Krebszellen zu unterbinden.

Jetzt fanden die Dresdner unter 1500 Genen erstmals eines, das eine entscheidende Rolle für die Immunantwort spielen könnte.

"In Zellexperimenten führte das Abschalten des Gens MLLT6 dazu, dass Tumorzellen wieder durch Immunzellen angegriffen und vernichtet wurden", sagt Studienleiter Mirko Theis (45) vom NCT/UCC und von der Medizinischen Fakultät Dresden.

Bis zur Anwendung können leider noch Jahre vergehen

Forscht an einer wichtigen Stellschraube im Kampf gegen den Krebs: Studienleiter Mirko Theis (45) vom NCT/UCC und der Medizinischen Fakultät Dresden.
Forscht an einer wichtigen Stellschraube im Kampf gegen den Krebs: Studienleiter Mirko Theis (45) vom NCT/UCC und der Medizinischen Fakultät Dresden.  © Mirko Theis/NCT/UCC Dresden

"Ob sich dieser Effekt irgendwann in Therapien am Patienten übersetzen lässt, müssen nun weitere Untersuchungen zeigen." Die Wissenschaftler wollen die Rolle von MLLT6 anhand komplexerer Zellmodelle weiter erforschen.

Eine mögliche klinische Anwendung würde aber auch im besten Fall noch Jahre dauern.

Titelfoto: Montage: Mirko Theis/NCT/UCC Dresden

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