Leipzig - Was für eine Sauerei mitten in Leipzigs historischer Mädlerpassage: Mehrere Personen haben am frühen Donnerstagnachmittag Pferdemist vor einem Treppenaufgang verschüttet, der zur Geschäftsstelle der CDU führt.
Auf Fotos, die die Leipziger CDU veröffentlicht hat, ist eine große Menge Fäkalien zu sehen, die vor der Flügeltür zur Treppe D liegt. Diese sollen von mehreren Unbekannten dort ausgekippt worden sein.
Das ist genau der Knotenpunkt gegenüber des Lokals Kümmel Apotheke, an dem alle Wege durch die Passage aufeinandertreffen. Hier steht in wenigen Wochen wieder der wunderschöne Weihnachtsbaum, der auch die Touristen anzieht.
Laut Leipziger Volkszeitung (LVZ) waren die Personen vermummt. Außerdem wurde ein vermeintliches CDU-Plakat angebracht mit dem Wortlaut: "Asche zu Asche. Staub zu Staub. Braune Scheiße zu brauner Scheiße!"
Im Text darunter wird deutlich, worum es den mutmaßlichen Aktivisten geht: Sie werfen der CDU vor, "die rassistische Politik der AfD" zu unterstützen, zuletzt bei der Wahl des Landtags in Sachsen-Anhalt. Die Gruppe "Interventionistische Linke" hat sich in einem Statement zu der Aktion bekannt. Demnach gab es unter anderem auch in Jena, Berlin, Bremen, Nürnberg, Hamburg, Weimar, Heidelberg, Hannover und Aschaffenburg ähnliche Vorfälle.
Polizeisprecherin Josephin Sader bestätigte auf Anfrage von TAG24, dass die Beamten gegen 14.05 Uhr von dem Vorfall erfahren haben. Details konnte sie noch nicht nennen, aber es werde wegen des Verdachts der Nötigung ermittelt.
OB-Kandidat Weickert: CDU lässt sich nicht einschüchtern
Michael Weickert (37), CDU-Bewerber für die Oberbürgermeisterwahl im kommenden Jahr, verurteilte die "mutmaßlich linksextremistische" Aktion in einem Statement.
"Das war kein Protest. Das war ein gezielter Einschüchterungsversuch gegen die CDU und gegen alle Menschen, die in diesem Haus arbeiten", heißt es auf der Webseite des CDU-Kreisverbands Leipzig. "Wer Mist vor Eingangstüren kippt und die Union auf gefälschten Plakaten als Wegbereiter des Faschismus verleumdet, hat keine Argumente mehr. Er hat nur noch Verachtung für den demokratischen Wettbewerb übrig."
Obwohl es nicht die erste Aktion gegen seine Partei sei, wolle man sich keinesfalls einschüchtern lassen.
Seine Worte werden noch deutlicher: "Am linken Rand unserer Stadt hat sich ein Milieu festgesetzt, das politische Gegner nicht widerlegen, sondern einschüchtern will. Diese Entwicklung wird in Leipzig seit Jahren verharmlost und kleingeredet. Damit muss Schluss sein."
Von der Polizei erwarte er, dass der Vorfall restlos aufgeklärt wird, von den Stadtrats-Fraktionen indes eine klare Distanzierung.