Leipzig/Berlin - Der Drohnen-Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle war nach der Einschätzung deutscher Ermittlungsbehörden offenbar ein gezielter Anschlagsversuch im Auftrag Russlands!
Wegen eines dringenden Treffens mit Innenminister Alexander Dobrindt (56, CSU) in Berlin unterbricht Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur seine Weiterreise von Algier nach Dublin.
Noch am späten Dienstagnachmittag sollen beide Minister vor die Presse treten, um über den aktuellen Ermittlungsstand zu informieren. Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) wird sich vorerst offenbar nicht persönlich zu den Vorgängen äußern.
Merz hatte bereits angekündigt, zuletzt im ZDF-Sommerinterview am Sonntagabend, dass die Ermittlungen weit fortgeschritten seien. Man wolle sich jedoch noch mit den europäischen Partnern abstimmen, hieß es.
"Sie werden dafür bezahlen", hatte der Bundeskanzler vor knapp einer Woche bei der Kabinettsklausur in Neuhardenberg angekündigt.
Verschiedene Konsequenzen möglich
Experten rechnen als Konsequenz aus der Öffentlichmachung der Urheberschaft, mit verschärften Sanktionen gegenüber Moskau, der Ausweisung weiterer Diplomaten sowie einer Steigerung der Waffenlieferungen an die Ukraine.
Diskutiert wurde in der Vergangenheit aber auch bereits die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn. Eine weitere Möglichkeit stellt offenbar die Stilllegung des umstrittenen Russischen Hauses in Berlin dar.
Offiziell bezeichnet sich das Haus als kulturelles Zentrum. Kritiker sehen in ihm jedoch ein Propagandazentrum im Kontext des russischen Informationskrieges, welches zudem auch von russischen Geheimdiensten genutzt werde.
Laut Medienberichten will die Bundesregierung hingegen vorerst darauf verzichten, die Nato einzuschalten, etwa im Rahmen von Konsultationen nach Artikel 4.
Erstmeldung um 10.22 Uhr; aktualisiert um 12.03 Uhr.