Heidi Wegner (76) ist die älteste Schiedsrichterin Deutschlands: "Ich hasse Videobeweise!"

Leipzig - Ihr macht im Fußball so schnell keiner etwas vor! Heidi Wegner ist mit ihren 76 Jahren die älteste Schiedsrichtern Deutschlands! Und zu neumodischer Technik wie dem Videobeweis hat die Schiri-Oma eine ganz klare Meinung.

Vom Videobeweis hat Heidi Wegner (76) nichts.
Vom Videobeweis hat Heidi Wegner (76) nichts.  © Screenshot MDR/ Riverboat

Die vertrat sie jetzt im MDR-Riverboat. Sie war zu Gast bei Kim Fisher (51) und Jörg Kachelmann (61). Und der hatte auch gleich eine heikle Frage parat: "Haben Sie mal Fehler gemacht als Schiedsrichterin, die ein Spiel beeinflusst haben? Videobeweis gab es ja lange Zeit in Ihrer Laufbahn noch nicht."

Und da legte Heidi Wegner los. 

"Videobeweise hasse ich sowieso. Die Spiele werden unterbrochen. Manchmal stehen die dann drei bis vier Minuten, um auszuwerten, der Spielfluss ist dann weg. Außerdem wird die Kompetenz des Schiedsrichters in Frage gestellt. 

Die Spiele sollen so geleitet werden, dass der Schiedsrichter mit seinen drei oder vier Assistenten am Rand das Spiel gewissenhaft führt. Die Videobeweise nehmen gerade überhand. Wenn das noch im Nachwuchsbereich eingeführt wird, wer weiß, was dann kommt."


Heidi Wegner duschte sogar mit den Herrn

Schiedsrichterin Heidi Wegner (76) in Action.
Schiedsrichterin Heidi Wegner (76) in Action.  © Screenshot MDR/ Riverboat

Seit mehr als 50 Jahren pfeift Heidi Wegner aus Wolgast Fußballspiele. Ihre Pfeife ist eine ganz besondere. 

"Die habe ich mir damals in Schweden gekauft, wir waren dort auf einer Städtepartnerschaft-Reise. Die pfeift so laut wie eine Fox-Schiedsrichter-Pfeife, das kann aber nicht jeder ab. Wer daneben steht, dem legt sich das aufs Gehör. In England pfeifen die auch mit diesen Pfeifen. Gereinigt wird die mit Kukident, damit sie nicht verklebt", erzählt sie lachend. 

Eine Sonderbehandlung erwartet die 76-Jährige übrigens nicht. "Da wird mit den Männern geduscht. Na klar. Wir sind doch alle nackig auf die Welt gekommen. Ich gehe ja auch an den FKK-Strand. Bei den kleinen Dorfvereinen ist das nun mal so. Wir haben keine großen Stadien."

Sie pfiff schon Spiele, da waren Toni (30) und Felix Kroos (29) oder Matthias Sammer (52) noch Jungspunde. 

"Ich habe Toni Kroos und Felix Kroos noch als Knabenspieler in Greifswald gepfiffen, bevor sie nach Rostock gegangen sind. Wir haben heute noch einen guten Kontakt zueinander. Matthias Sommer war immer in der U17 im Trainingslager in Zinnowitz und es gab Freundschaftsspiele mit Polen. Ich war damals an der Linie Linienrichterin. Da kam der junge Sammer zu mir und fragte: 'Und Sie sind wirklich eine Frau?' Da sagte ich: 'Ja, bin ich, soll ich dir meine Hörner zeigen?' 

Abends haben wir dann zusammen gesessen und gegrillt und da hat er sich gewünscht, dass ich das Rückspiel leite. Das war wirklich ein schöner Abend. Da sagten sie auch, dass sie das nicht gedacht hatten, dass eine Frau bei einem Spiel so mitlaufen kann von der Kondition her."

Titelfoto: Screenshot MDR/ Riverboat

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