Nostalgischer Lift: Paternoster im Neuen Rathaus in Leipzig bekommt Frische-Kur

Leipzig - Einer der wenigen in Deutschland übrigen "Paternoster" rattert nach wie vor durch das Leipziger Rathaus. Damit dieser auch künftig wie geschmiert seine Runden durch die Stadtverwaltung zieht, bekommt er bis 2024 ein neues "Lifting".

Den Paternoster im Leipziger Rathaus gibt es bereits seit 1936.
Den Paternoster im Leipziger Rathaus gibt es bereits seit 1936.  © Jan Woitas/dpa

Wie die Stadt am Montag mitteilte, wurde der Aufzugschacht mit Bauschutzwänden gesichert und alle Kabinen entfernt, während das Innere des Paternosters eine Frische-Kur bekommt:

Tragrahmen, Führungsschienen, Ketten, Motor, Getriebe und Antriebswellen werden ausgetauscht und erneuert, damit der Lift voraussichtlich Ende Februar wieder ohne Ausfälle fahren kann.

Auch Restauratoren haben ihr Auge auf die Umbauarbeiten, damit die Denkmalsubstanz - wie etwa die mit Linoleum belegten Kabinenböden oder die aus der DDR-Zeit stammenden Sprelacartplatten - erhalten bleibt.

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Zusätzlich soll die Sicherheit der Nutzer des Aufzugs erhöht werden, indem Sprechstellen, Notruftaster und Lichtschranken ergänzt werden. So sollen Unfälle, wie der tragische Todesfall eines Mannes in einem Paternoster in Berlin-Schöneberg im Mai dieses Jahres, verhindert werden.

Die Generalüberholung wurde bereits 2022 im Stadtrat beschlossen und kostet rund 948.000 Euro.

Deutschlandweit noch knapp 200 Paternoster im Betrieb

Der Paternoster im Neuen Rathaus besteht seit 1936, im Jahr 1986 gab es bereits umfassende Erneuerungsmaßnahmen. Trotzdem haben die Jahre und Runden ihre Spuren hinterlassen, weswegen es immer wieder zu Störungen im Betrieb des Aufzugs kam.

In Deutschland sind noch rund 200 Stück der nostalgischen Aufzüge in Betrieb, unter anderem in München, Berlin und im Chemnitzer Rathaus. Vorrangig wurden die Lifte in Verwaltungsgebäuden eingesetzt, weswegen sie den Spitznamen "Beamtenbagger" tragen.

Der aus dem Lateinischen stammende Begriff bedeutet "Vater unser", weil die an einem Band rotierenden Fahrkörbe an den Rosenkranz, eine christliche Gebetskette, erinnern.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa

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