Bislang streng vertraulich: Wie lang kann der Standort für Leipzigs Raketenfabrik noch geheim bleiben?

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Leipzig - Bereits in der kommenden Woche will das US-Rüstungsunternehmen Covenant eine Einweihungsfeier für seine geplante Raketenfabrik in Leipzig abhalten, Gäste aus der Politik inklusive. Dabei wurde zumindest laut Leipziger Stadtverwaltung bislang keine Fläche gekauft oder auch nur ein Antrag dahingehend gestellt. Ein Standort scheint bereits gefunden - wo dieser liegt, dazu herrscht jedoch nach wie vor Stillschweigen.

Mit einer dringenden Anfrage wollte BSW-Stadtrat Thomas Kachel bei der Leipziger Ratsversammlung neue Infos zur geplanten Raketenfabrik der US-Firma Covenant einholen.
Mit einer dringenden Anfrage wollte BSW-Stadtrat Thomas Kachel bei der Leipziger Ratsversammlung neue Infos zur geplanten Raketenfabrik der US-Firma Covenant einholen.  © Jan Kaefer

"Nach unserer Kenntniss hat die Firma Covenant in Leipzig kein Grundstück erworben. Das Unternehmen hält den Standort weiterhin nicht öffentlich", sagte Leipzigs Bürgermeister für Wirtschaft, Arbeit und Digitales, Clemens Schülke, bei der Ratsversammlung am Mittwoch auf eine dringende Anfrage von BSW-Stadtrat Thomas Kachel.

Während vor dem Neuen Rathaus erneut Menschen gegen die Covenant-Pläne protestierten, wurde die Thematik auch in der zweiten Ratsversammlung nach Bekanntwerden des Vorhabens heiß debattiert. Kachel wollte unter anderem auch erfahren, ob zwischen dem US-Start-Up und der Messestadt bereits Gelder geflossen seien, Baugenehmigungen erteilt und Anträge gestellt wurden, um im Außenbereich der geplanten Fabrik Sprengstoff zu lagern.

Schülke verneinte alle gestellten Fragen.

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"Das Unternehmen schreibt uns ausdrücklich, ich zitiere, dass keinesfalls geplant ist, die Produktion aufzunehmen, bevor alle nötigen Genehmigungen durch die zuständigen Behörden erteilt wurden", so der Wirtschaftsbürgermeister. "Die Einweihungsfeier stehe ausdrücklich nicht in Zusammenhang mit der Produktionsaufnahme."

Die geplante Einweihungsfeier steht laut Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD) nicht in Zusammenhang mit einem Start der Produktion.
Die geplante Einweihungsfeier steht laut Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD) nicht in Zusammenhang mit einem Start der Produktion.  © Jan Kaefer
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OB Jung nicht bei Einweihung dabei

Eine "Anthem"-Rakete, wie sie Covenant künftig in Leipzig bauen will. Jung zufolge will das Unternehmen vor Produktionsbeginn "selbstverständlich" die entsprechende Genehmigung einholen.
Eine "Anthem"-Rakete, wie sie Covenant künftig in Leipzig bauen will. Jung zufolge will das Unternehmen vor Produktionsbeginn "selbstverständlich" die entsprechende Genehmigung einholen.  © -/Covenant/dpa

"Das Unternehmen hat uns angeschrieben und auch eingeladen und dort steht, es ist durchaus üblich, eine Einweihung durchzuführen, auch ohne eine Genehmigung zu haben - selbstverständlich werden wir das im ganz regulären Verfahren einholen", ergänzte Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD).

Leipzigs Stadtoberhaupt selbst werde der Einweihung nicht beiwohnen, da er zur Unterzeichnung des Städtepartnerschaftsvertrags mit der armenischen Hauptstadt Jerewan reise. Jedoch: "Ich halte es für wichtig, dass, wenn die Bundeswirtschatsministerin und der Ministerpräsident kommen, die Stadt Leipzig vertreten ist. Ich habe Herrn Michael Körner, den Geschäftsführer der Investregion Leipzig gebeten, zugegen zu sein."

Auch in der Einladung sei darum gebeten worden, den Standort vertraulich zu behandeln. Als Linken-Fraktionschefin Franziska Riekewald jedoch nachhakte und fragte, ob Jung die Info dann im nicht-öffentlichen Teil herausgeben könne, schienen auch ihm die Worte zu fehlen.

Vor dem Rathaus demonstrierten erneut Menschen gegen die Pläne des Rüstungsunternehmens.
Vor dem Rathaus demonstrierten erneut Menschen gegen die Pläne des Rüstungsunternehmens.  © Jan Kaefer

Das US-Unternehmen Covenant will bereits ab 2027 mit der Produktion von Marschflugkörpern im Nordraum von Leipzig starten. Ziel ist es laut Unternehmen, bis zu 5000 Raketen des Typs "Anthem" jährlich herzustellen.

Titelfoto: Montage: Jan Kaefer + -/Covenant/dpa

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