Von Lutz Brose
Leipzig - Steigende Preise und die zunehmende Bedeutung günstiger Eigenmarken im Lebensmittelbereich setzen Markenhersteller unter Druck. Gleichzeitig verändert Künstliche Intelligenz (KI) die Art und Weise, wie Kommunikation geplant, produziert und ausgespielt wird. Wie Unternehmen darauf reagieren können, stand im Mittelpunkt des MDR Media MARKENTAGS 2026 in Leipzig.
Vorgestellt wurde außerdem eine Studie des Erfurter Meinungsforschungsinstituts IMK.
Hierfür wurden erneut 3000 Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu ihrem Einkaufsverhalten sowie zu ihren Marken- und Marktvorlieben befragt.
Bei den Markenlieblingen wie Bautz'ner Senf, Lichtenauer Mineralwasser oder Rotkäppchen Sekt gab es in den jeweiligen Segmenten keine Veränderungen.
Einzig bei Bier hat Ur-Krostitzer den jahrelangen Spitzenreiter Radeberger vom Thron gestoßen.
Zu den beliebtesten Einkaufsstätten in Mitteldeutschland verteidigt Kaufland erneut den Spitzenplatz vor Edeka, Netto, REWE und Lidl.
Marketing-Spezialist Jesko Perrey: "Ohne KI keine Zukunft, ohne uns keine KI"
Jesko Perrey, Leiter für globales Wachstum, Marketing und Verkauf beim internationalen Beratungsunternehmen McKinsey, machte deutlich, "dass in Deutschland zu viel gefaselt wird, anderswo auf der Welt wird einfach gemacht". Zur KI brachte der Experte es kurz auf den Punkt: "Ohne KI keine Zukunft, ohne uns keine KI."
Nicht lange gefaselt hat Michael Hohmann von Zetti. Als er von der Deutschen Skateboard-Meisterschaft am kommenden Wochenende in Leipzig hörte, fragte der Marketingmann, wie man das Event unterstützen könnte.
Geld kam für ihn dabei nicht in die Tüte. Stattdessen kreierte Hohmann kurzerhand ein Skateboard mit Logo und Slogan seines Unternehmens, das nun als Pokal auf das Podium kommt. "Kein Skater nimmt ein fremdes Board in die Hand", so seine Überlegung.
Als Siegestrophäe sollte sich das ändern. Ursprünglich sollte das Board in China produziert werden, doch Regionalität hat Vorrang. So wurden die Zetti-Boards in Leipzig hergestellt.
Den Vorträgen folgte ein ausgedehntes Netzwerken ohne scheinbares Ende.
Vertreterinnen und Vertreter führender mitteldeutscher Lebensmittelhersteller, Handelsunternehmen und Agenturen diskutierten über die Ergebnisse der 17. Mitteldeutschen Markenstudie sowie über neue Möglichkeiten der Markenführung, unter anderem durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Eingeladen hatte die MDR Media GmbH, die Vermarktungstochter des Mitteldeutschen Rundfunks.