Leipzigs OB Jung über erhöhte Sicherheit nach Amokfahrt: "Nicht überstürzt eine Sturzgeburt veranlassen"

Leipzig - Rund zwei Wochen nach der tödlichen Amokfahrt durch die Leipziger Innenstadt teilt Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD) im Podcast "Leipzig & Leute" seine Gedanken zum städtischen Sicherheitskonzept.

Burkhard Jung (68, SPD) sprach im städtischen Podcast über die Amokfahrt.  © Hendrik Schmidt/dpa

"Erst mal bin ich immer noch berührt und bewegt von den Ereignissen, von dieser Wahnsinnstat, die man sich nicht vorstellen konnte", erzählt der Politiker, der seit 20 Jahren Leipzigs Stadtoberhaupt ist.

In der Bevölkerung sei noch immer eine große Unsicherheit, aber auch Trotz zu spüren: Gerade jetzt wolle man sich den Gang ins Stadtzentrum nicht nehmen lassen.

"Die Menschen müssen ihren öffentlichen Raum besetzen und erobern dürfen, ohne in ein Gefühl der Unsicherheit zu kommen", wünscht sich Jung für die Zukunft.

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Auch deshalb habe er schon am Tag nach der Tat die Installation von Pollern an der Einfahrt zur Grimmaischen Straße veranlasst. Nun stehe eine intensive Überprüfung des allgemeinen Zufahrtskonzeptes auf dem Plan - wofür man sich in der Stadtspitze aber ausreichend Zeit nehmen und "nicht überstürzt eine Sturzgeburt veranlassen" wolle.

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Am 4. Mai tötete ein Amokfahrer zwei Menschen in der Leipziger Innenstadt.  © EHL Media

"Da werden wir einen Kompromiss finden müssen zwischen Zugänglichkeit, Sicherheit, Liebesdiensten, Rettungswegen, Freizügigkeit und Festenfeiern", so Jung. "Ich glaube, dass wir gut beraten sind, uns nicht in einer vermeintlichen Sicherheit zu wiegen, aber wir können hier und da einfach besser werden im Zufahrtsschutz." 

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