Leipzig - Es ist eines der Wahrzeichen Leipzigs. Das Völkerschlachtdenkmal ist längst ein fester Bestandteil des Stadtbildes. Geprägt von einer blutigen Geschichte und missbraucht von den Ideologien des Nationalsozialismus berichtet der MDR in seiner Doku "Das Völkerschlachtdenkmal – Monument und Mythos" unter anderem über ein Geheimnis, welches unter der Oberfläche schlummert.
Das Denkmal erinnert an die Völkerschlacht von 1813, bei der Napoleon und seine Verbündeten gegen die Truppen aus mehreren europäischen Staaten kämpften. Es wurde 1913 zum 100. Jahrestag der Schlacht eingeweiht und soll an die vielen Gefallenen erinnern.
15 Jahre dauerte der Bau des Kolosses. Finanziert wurde er hauptsächlich von Lotterieeinnahmen und Spenden, deshalb musste der Preis auch so niedrig wie möglich gehalten werden.
Das gigantische Fundament sollte unter einem Wall verschwinden. Um die Kosten dafür so niedrig wie möglich zu halten, lud die Leipziger Müllabfuhr über zehn Jahre lang Hausmüll an dem Denkmal ab.
Insgesamt steht das Völki somit auf eine Million Kubikmeter Müll. Noch lange Zeit später wurden Reste davon in der Erde gefunden.
Der Weg hin zum Friedensdenkmal
"Wir wollen uns kritisch mit dem Nationalismus auseinandersetzen", erklärt Kurator Crawford Matthews. Seit Ende 2025 entscheidet er, was in dem Denkmal ausgestellt wird.
Ihm ist es wichtig, zu zeigen, wie Nationalismus genutzt werden kann, um bestimmte Gruppen zu manipulieren.
Das Völki überdauerte zwei Weltkriege, zwei Diktaturen, dann drohte es dem Verfall. Von 2003 bis 2013 wurde es für etwa 32.000 Euro umfassend saniert.
Mittlerweile gilt es als europäisches Friedensdenkmal, in dem unter anderem Veranstaltungen wie Community-Singen oder Kunstprojekte umgesetzt werden.
Die spannende Doku seht Ihr am Dienstag um 20.15 Uhr im MDR. Darüber hinaus könnt Ihr es jederzeit in der ARD-Mediathek streamen.