Leipzig - Der erste Hubschrauber kreiste am frühen Samstagnachmittag über der Leipziger Innenstadt. Die sächsische Metropole war eine von mehr als 30 deutschen Städten, in denen der Protest "Gen Z regelt" mit einer Vielzahl an Menschen auf die Straße gegangen ist. Am Ende wurde es ruppiger.
Laut Polizeiangaben waren rund 7000 Menschen in Leipzig dabei, hielten Plakate wie "Für die soziale Revolution", "Merz muss weg", "Bildung statt Zwang" und "Jugend gegen Krieg" in die Höhe.
500 Einsatzkräfte sicherten die vorrangig von jungen Menschen genutzte Demo ab, registrierte innerhalb der dreistündigen Versammlungslage verhältnismäßig wenige Straftaten. Mehr als 80 wurden gezählt.
Neben dem Abbrennen von Bengalos und Vermummungen wurden auf der Karl-Liebknecht-Straße Fahrräder und Straßenschilder auf die Fahrbahn gelegt, am nahe gelegenen Südplatz mehrere Scheiben der Tram-Haltestelle zerstört.
Vor Ende der Demo setzte die Polizei zudem am Ring-Café Pfefferspray gegen Demonstranten ein und nahm am Wilhelm-Leuschner-Platz vorläufig zwei fest.
Bereits am Freitag verbarrikadierten einige Händler entlang der Demo-Route ihre Geschäfte mit Holzverschlägen, unter anderem am Brühl, in der Hainstraße und der Grimmaischen Straße. Sie wollen vorbereitet sein, sollten sich die Teilnehmer ähnlich strafbar verhalten, wie jüngst in Frankreich geschehen.
Dort wurden Schaufenster eingeschlagen, Läden geplündert und Brandstiftungen begangen. In Leipzig hatte man zunächst "keine Erkenntnisse, dass es zu Zerstörungen kommen soll", sagte Polizeisprecher Olaf Hoppe am Samstag. Die Innenstadt konnte durch die Polizeipräsenz und einer kurzfristigen Änderung der Route gesichert werden.
Video-Zusammenschnitt von der "Gen Z regelt"-Demo aus Leipzig:
So hatten sich einige Geschäfte auf die Demo vorbereitet:
Der bundesweite Protest richtete sich gegen die aktuelle politische Lage in Deutschland, insbesondere gegen die für Jüngere: "Wir sind junge Menschen, die nicht länger zusehen wollen, wie ohne uns über unsere Zukunft entschieden wird." Es geht um Bildung, Gesundheit, Klimaschutz und ein bezahlbares Leben.
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