Von Anke Brod
Leipzig - Das Herzstück ist Sahne: Im Osten der Messestadt wurde das Sellerhäuser Viadukt am Freitag feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Jene Flaniermeile in zehn Metern Höhe mit Bäumen und Sitzbänken gehört zum künftigen "Parkbogen Ost". Dieses grüne Aktivband soll auf acht Kilometern Länge perspektivisch den Leipziger Osten umfassen.
Der Masterplan für den "Parkbogen Ost" entstand vor zehn Jahren. Basis für das spannende Projekt war eine 2012 zugunsten des Citytunnels stillgelegte Bahntrasse. Eine Initiative von Bürgern begeisterte Verwaltung und Stadtrat schließlich für die Idee, betonte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD) vor Ort.
Eine Vision wird also langsam wahr: Auf altem, denkmalgeschütztem Gemäuer erwächst grüner Stadtraum! Auf dem 250 Meter langen, restaurierten Naturstein-Viadukt stehen inzwischen nämlich 58 Bäume, 6500 Stauden, Gräser, Sträucher sowie mehrjährige Zwiebelgewächse.
Die Botanik wurde in diesem Jahr in Spezialtröge mit wasserspeicherndem Substrat gesetzt.
Gärtnern für die Allgemeinheit
Ziel ist demnach eine angenehme Klimaoase für heiße Sommer. Die Landschaftsarchitekten "Sinai" begleiten das urbane Experiment im Übrigen seit 2019. Kostenpunkt für das nunmehr fertige Herzstück: 8,1 Millionen Euro.
Das Geld stammt dabei zu zwei Dritteln aus dem Bundesprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus", die restlichen 2,6 Millionen übernahm die Stadt.
Der nächste Bauabschnitt beginnt schon bald: Zwischen Liselotte-Hermann-Straße und Theodor-Neubauer-Straße soll ein Gartenpark entstehen. Geplant sind hier auch ein kleines Häuschen sowie Gemeinschaftsparzellen.
Und als wäre das nicht genug, soll auch die neue Brücke über die Eisenbahnstraße noch 2026 fertig sein!