Leipzig - Sie ist erst 17 Jahre alt und gehört zu den stärksten Ninja-Athletinnen des Landes. Henriette "Henni" Becker ist in der 11. Staffel von "Ninja Warrior Germany – Die stärkste Show Deutschlands" zu sehen. Die anspruchsvollen Hindernisse überwindet sie mit Leichtigkeit, doch dahinter steckt viel Arbeit, wie sie TAG24 verriet.
Ihr Trainingsort hat auf den ersten Blick nicht viel mit dem Parcour zu tun, wie man ihn aus der TV-Show kennt. Sechs Mal die Woche trainiert sie in einer Turnhalle in Leipzig, macht Kraftsport oder geht klettern. Nebenbei paukt sie für das Abitur, will danach ein FSJ machen und Medizin studieren.
Die Voraussetzungen für Ninja-Sportler in Sachsen sind anders als in anderen Bundesländern. Es gibt keine Hallen wie beispielsweise in Berlin oder Köln, wo man gezielt trainieren kann.
Außer Henni gibt es aktuell keine weitere Frau in Sachsen, die bei "Ninja Warrior Germany" antritt. "Ich glaube, wenn wir eine Halle hätten, würden mehr Leute sich trauen", erzählte sie im Interview.
Umso besonderer ist ihr Erfolg. Nach der Teilnahme bei der Kids-Ausgabe tritt sie seit 2025 bei den Erwachsenen an.
In ihrem Vorlauf war sie in diesem Jahr die zweitbeste Frau und konnte mit ihrem sportlichen Vorbild Alina Tornau mithalten. "Ich wusste, wie stark sie ist. Natürlich hätte ich gern gewonnen, aber es war mir eine Ehre und hat so viel Spaß gemacht, gegen sie anzutreten", erinnerte sich die Schülerin.
Henriette spricht aus Erfahrung: "Ninja-Frauen sind am Oberkörper die stärksten"
Der Ninja-Sport ist für die 17-Jährige mehr als ein Hobby. Dadurch hat sie neue Freunde in ganz Deutschland gefunden. Selbst ihre Eltern sind Fans des Sports geworden, begleiten sie zu Wettkämpfen, probieren Hindernisse aus und unterstützen die Leidenschaft ihrer Tochter.
"Ninja Warrior" kommt ursprünglich aus Japan und hat dort als Fernsehshow gestartet. Davon ausgehend ist international eine Sportszene entstanden. Henriette Becker ist in ihrer Altersklasse Vize-Europameisterin. In wenigen Wochen wird sie bei der EM in Pilsen antreten.
Der Sport ist für alle offen, wird jedoch von Männern dominiert, weil sie körperlich bessere Voraussetzungen mitbringen.
"Ninja-Frauen sind am Oberkörper die stärksten", erklärte die 17-Jährige. "Man braucht als Frau viel Kraft, um mithalten zu können." Es gibt keine strenge Geschlechtertrennung. Alle müssen denselben Parcours bestreiten.
Das schreckt viele Frauen ab. Henni turnt seit ihrer Kindheit, hat deswegen gute sportliche Voraussetzungen. Das soll aber niemanden demotivieren. "Einfach mal ausprobieren. Man wird dadurch auch deutlich stärker", riet sie.
Henriette hat es in der 11. Staffel von "Ninja Warrior Germany" bis ins Halbfinale geschafft. "Vor vielen Hindernissen habe ich Angst, weil das gezielte Training fehlt", gestand sie. Es wird jedes Jahr schwieriger und die Konkurrenz immer besser. Am Ende überwiegt für die 17-Jährige aber der Spaß.
Wie sie sich im Halbfinale geschlagen hat, könnt Ihr voraussichtlich im November/Dezember bei RTL und RTL+ sehen.