Ostdeutscher Energieriese VNG: Wasserstoff-Ausbau deutlich langsamer als geplant
Von Christian Ross
Leipzig - Der ostdeutsche Energiekonzern VNG sieht sich beim Ausbau klimafreundlicher Gase mit Verzögerungen konfrontiert.
Die verstärkte Nutzung von Wasserstoff verlaufe "deutlich langsamer als politisch geplant", sagte Vorstandschef Ulf Heitmüller in Leipzig. Investitionen würden daher "konsequent auf regulatorische Verlässlichkeit und Wirtschaftlichkeit" geprüft. VNG fordert verlässliche politische Rahmenbedingungen, um Investitionen in Wasserstoff, Biogas und die nötige Infrastruktur auszulösen.
Im operativen Geschäft blieben die Zahlen des Konzerns nahezu konstant. Das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) lag 2025 bei 422 Millionen Euro nach 430 Millionen Euro im Vorjahr. Das Konzernergebnis sank auf 200 Millionen Euro nach 232 Millionen Euro im Jahr 2024.
"VNG blickt erneut auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück", sagte Heitmüller. Trotz geopolitischer Unsicherheiten habe der Konzern seinen "wirtschaftlich stabilen Kurs fortgesetzt".
Der Umsatz stieg auf rund 18 Milliarden Euro (2024: rund 16 Milliarden). Die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 33 auf 41 Prozent. Insgesamt investierte VNG 244 Millionen Euro.
Herausforderungen auch bei Gasspeicherung
Bei den Gasspeichern sieht VNG ebenfalls Herausforderungen. Die Speicher in Deutschland seien derzeit nur zu gut 20 Prozent gefüllt.
Gas werde nur eingespeichert, wenn dies wirtschaftlich sinnvoll sei, sagte Heitmüller. Derzeit erschwerten ungewöhnliche Preisentwicklungen die Befüllung.
Zugleich sieht VNG die Politik in der Pflicht. Der Markt allein könne die notwendige Befüllung der Speicher nicht immer sicherstellen.
Diskutiert würden etwa strategische Gasreserven oder andere Modelle zur Absicherung für Krisenzeiten.
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