Partygast zieht Kalaschnikow vor Leipziger Club: Idris (28) wird zum Helden

Leipzig - Nächsten Monat startet mit der "Nexzone Fight Night" ein brandneues MMA-Event in Leipzig. Den Hauptkampf wird am 7. November Idris "The Shark" Ismail bestreiten. Der 28-jährige MMA-Profi kann dabei neben einer beachtlichen Bilanz (vier Siege, eine Niederlage) eine Heldengeschichte vorweisen, die ihresgleichen sucht.

Die Szene, in der Bashar A. zur Seite tritt und eine Kalaschnikow (Kreis) aus seiner Kleidung holt. Kurz darauf wird er von Idris Ismail überwältigt.  © privat

Als Ismail am 7. Dezember vergangenen Jahres zu seiner Schicht als Türsteher im "N 39" in der Königshauspassage aufbricht, ahnt er noch nicht, welche dramatischen Szenen sich gegen 2 Uhr im Eingangsbereich des Clubs abspielen werden und welche Rolle ihm dabei zukommt.

"Es war ein stressiger Abend, es waren etwa 600 Gäste bei uns und vor der Tür lief der Weihnachtsmarkt", erinnert sich Ismail im Gespräch mit TAG24. Irgendwann sei der am Markt beheimatete Club voll gewesen - Einlassstopp. "Dann kam dieser Typ, er wirkte schon irgendwie gefährlich, und wir haben ihm gesagt, dass wir ihn an diesem Abend nicht reinlassen werden."

Er sei dann ein zweites Mal aufgetaucht und erneut abgewiesen worden. Plötzlich habe der Mann dann etwas aus seiner Kleidung hervorgezogen: "Am Anfang dachte ich, er zieht eine Machete - nie im Leben wäre ich draufgekommen, dass es eine AK-47 ist!", sagt der heutige Profikämpfer, der erst vor vier Jahren mit dem Training begann.

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Während fast alle seiner Kollegen beim Anblick des Sturmgewehrs in Schockstarre verfielen, stürmte Ismail vor, brachte den Angreifer zu Boden und entwaffnete ihn, bevor dieser das Magazin in die Kalaschnikow einsetzen konnte. Mit seinen Kollegen fixierte der Türsteher den Mann bis zum Eintreffen der Polizei.

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Die von der Polizei sichergestellte Kalaschnikow AK-47.  © privat
Am 7. November wird Ismail (28) bei der "Nexzone Fight Night" seinen sechsten MMA-Kampf bestreiten.  © PR/Idris Ismail
Ismail im Gespräch mit TAG24-Reporter Jan-Gerrit Vahl.  © Idris Ismail

Idris Ismail kam 2016 als Flüchtling nach Deutschland

"Sport ist für mich alles - mein Leben", sagt Idris Ismail. Seinen ersten Profikampf verlor der 28-Jährige. "Das hat mich stark gemacht." Es folgten vier Siege.  © TAG24/Jan-Gerrit Vahl

"Ich habe nur meinen Job gemacht und schnell reagiert", erklärt der 28-Jährige. "Meine einzige Option war, an ihm dran zu sein, bevor er die Waffe ziehen kann. Durch den Sport habe ich mir selbst vertraut."

Wie die Polizei später bestätigte, war Bashar A. (27) bereits zuvor mehrfach durch Straftaten aufgefallen. Laut Ismails Erfahrungen ist der Job als Security zuletzt gefährlicher geworden. "Man wird immer öfter bedroht, beleidigt und bespuckt. Immer häufiger sind außerdem Waffen und Drogen im Spiel."

Ismail setzt derzeit alles auf eine Karte und richtet sein gesamtes Leben darauf aus, als MMA-Profi noch erfolgreicher zu werden. Auf die Frage, wie viele Trainingseinheiten er in seinem Kampfsportstudio täglich absolviere, lächelt der 28-Jährige und sagt: "Jede."

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Idris Ismail kam 2016 als Flüchtling aus dem kurdischen Teil Syriens nach Deutschland. Ein Jahr später begann er seine Ausbildung als Mechatroniker. Noch heute arbeitet er in diesem Beruf und verdient sich außerdem seither als Minijobber bei einer Securityfirma etwas dazu. "Mein Traum ist, irgendwann Champion in meiner Gewichtsklasse zu sein."

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