Schmerzhafter Verlust für Leipziger Verein: Diebe stehlen wichtige Gedenktafel

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Leipzig - Nicht zum ersten Mal haben Kriminelle zugeschlagen und im Zeitraum zwischen Donnerstag und Freitag ein weiteres Denkmal in Leipzig gestohlen. Dieses Mal wurde eine Bronzeplatte entwendet, die etwa 2000 Euro wert ist. Der emotionale Wert und der nun entstandene Schmerz sind aber viel größer.

Die Bronzetafel hatte an die Sage um die Pilgerin Maria erinnert. Nun ist nur der Gedenkstein übrig geblieben.
Die Bronzetafel hatte an die Sage um die Pilgerin Maria erinnert. Nun ist nur der Gedenkstein übrig geblieben.  © Bildmontage: privat

Der Legende zufolge hat die Pilgerin Maria vor mehreren Jahrhunderten Aussätzige an eine Stelle im heutigen Wilhelm-Külz-Park unweit des Völkerschlachtdenkmals geführt. Sie ließ eine heilkräftige Quelle entstehen. Die Marienquelle war geboren.

Doch die Geschichte geht noch weiter: Nachweislich wurde dort 1502 Leipzigs erste Wasserleitung zu den Herrenhäusern gelegt. Selbst Napoleon soll während der Völkerschlacht aus der Quelle getrunken haben.

Im 20. Jahrhundert versiegte das Wasser dann. Bis heute treffen sich jedes Jahr am 24. Juni zahlreiche Fans an der Quelle, singen Lieder und gedenken der besonderen Historie. Seit 1994/95 hatte zusätzlich eine Bronzeplatte daran erinnert.

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Für Gerd Voigt, freischaffender Artist und Vorstandsvorsitzender des Vereins der Freunde von Marienbrunn e. V., ist der Verlust dieser Tafel sehr schmerzhaft. Mit den weiteren Vereinsmitgliedern pflegen sie seit Jahren das Denkmal.

"Es gibt viele Besucher und auch richtige Fans", sagte er zu TAG24. Auch bei Geocachern ist der Ort, von dem nun ein wichtiger Teil fehlt, beliebt.

Gerd Voigt vermutet organisierte Diebesbanden

Gerd Voigt und die anderen Vereinsmitglieder feiern jedes Jahr im Juni an der Quelle. Ein wichtiges Relikt ist der sogenannte Pestkelch aus dem 17. Jahrhundert, der im Stadtgeschichten Museum steht und die Inschrift "Maria" trägt.
Gerd Voigt und die anderen Vereinsmitglieder feiern jedes Jahr im Juni an der Quelle. Ein wichtiges Relikt ist der sogenannte Pestkelch aus dem 17. Jahrhundert, der im Stadtgeschichten Museum steht und die Inschrift "Maria" trägt.  © privat

Die unbekannten Diebe wussten genau, was sie tun, denn die Platte war mit Dübeln eingeleimt und mit Stahlbeton versiegelt. Es gab keine sichtbaren Schrauben und man konnte nicht unter die Tafel fahren, erklärte Voigt gegenüber TAG24.

Er vermutet, dass organisierte Diebesbanden dahinterstecken, die das Metall stehlen wollten, und hat Anzeige bei der Polizei erstattet.

Jüngst wurde am Störmthaler See die Bronzefigur "Bella Gruna" geklaut. Genau wie die Gedenkplatte an der Marienquelle, stammte auch die Figur aus der Leipziger Bronzegießerei Noack.

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Die Vereinsmitglieder wollen sich nicht unterkriegen lassen. Nach Rücksprache mit dem Grünflächenamt suchen sie nach einer Alternative und freuen sich auch über Unterstützer, die die Arbeit der Ehrenamtlichen würdigen wollen. Weitere Informationen dazu findet Ihr hier.

Titelfoto: Bildmontage: privat

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