Petition im Leipziger Stadtrat: Kommt jetzt endlich der Radweg auf der Antonienstraße?

Leipzig - Als Fahrradstadt bezeichnet man sich gern in Leipzig. Doch während viele inzwischen lieber aufs Rad statt aufs Auto setzen, gibt es noch immer Stellen und Strecken innerhalb der Messestadt, die für Radler schlichtweg gefährlich sind. Eine dieser Strecken stand nun wieder im Leipziger Stadtrat im Fokus.

Aktuell teilen sich Radler und Autofahrer noch den Platz auf der Antonienstraße, was für beide Seiten keine ideale Lösung ist.
Aktuell teilen sich Radler und Autofahrer noch den Platz auf der Antonienstraße, was für beide Seiten keine ideale Lösung ist.  © Eric Mittmann

Die Rede ist von der Antonienstraße zwischen Erich-Zeigner-Allee und Antonienbrücke. Eine Petition hatte für den Bereich die Einrichtung von Radstreifen gefordert.

Begründung: Die Tangente Antonienstraße und Schleußiger Weg sei eine der wichtigsten Wegverbindungen von Grünau in den Leipziger Süden, eine durchgehende Radwegverbindung existiert jedoch nicht. Die angesprochene Strecke sei "für Radfahrende nicht oder nur unter permanenter Lebensgefahr nutzbar", heißt es in der Petition.

Zusätzlich zum Radweg auf der Antonienstraße forderte die Petition zudem, "grundsätzlich bei allen Straßenbaumaßnahmen Radfahrstreifen einzuplanen".

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Tatsächlich hatte die Ratsversammlung bereits 2020 den Entschluss gefasst, eine zusammenhängende Radverbindung auf der Antonienstraße einzurichten.

Vonseiten der Stadtverwaltung hieß es dazu nun jedoch, dass dies lediglich mit einem Umbau der Straße samt neuem Straßenquerschnitt gelingen könnte, will man keinen Stau und massive Verkehrsbehinderungen verursachen.

Radweg auf der Antonienstraße: "Lassen Sie uns eine einfache Lösung finden"

Die sogenannten "Sharrows" (Wortverbindung aus "Share", dt. "Teilen", und "Arrow", dt. "Pfeil") sind Piktogramme, die laut ADFC im Grunde etwas Offensichtliches anzeigen: Hier teilen sich Radler und Autofahrer die Straße. Die Linke will diese vorübergehend auf der Antonienstraße einsetzen.
Die sogenannten "Sharrows" (Wortverbindung aus "Share", dt. "Teilen", und "Arrow", dt. "Pfeil") sind Piktogramme, die laut ADFC im Grunde etwas Offensichtliches anzeigen: Hier teilen sich Radler und Autofahrer die Straße. Die Linke will diese vorübergehend auf der Antonienstraße einsetzen.  © vaakim/123RF

Wieder einmal soll das Vorhaben im Rahmen einer Komplexmaßnahme umgesetzt werden. Der Bereich sei dazu bereits als "wesentlicher Teil" des sogenannten Projektes "Südsehne" eingeplant, das eine neue ÖPNV-Verbindung zwischen Grünau und Prager Straße zum Ziel hat.

Wann dieses allerdings konkret angegangen wird, dazu äußerte sich die Stadt nicht. Stattdessen hieß es, dass ein Umbau der Antonienstraße "zeitlich und finanziell noch einzuordnen ist".

"Wir alle erkennen die Probleme bei der Umsetzung von Komplexmaßnahmen. Vermutlich würde der Verwaltungsstandpunkt bedeuten, dass bis zum Sankt Nimmerleinstag nichts passiert", kritisierte Linken-Stadtrat Oliver Gebhardt während der Debatte um die Petition.

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Damit dieser Fall nicht eintritt, forderte seine Fraktion ergänzend die Markierung sogenannter "Sharrows", wie sie bereits am Martin-Luther-Ring vor dem Neuen Rathaus zum Einsatz kamen. Die Stadtverwaltung solle bis Ende September prüfen, ob die Verkehrssituation auf der Strecke bis zum Umbau so zumindest vorübergehend verbessert werden kann. Über das Ergebnis der Prüfung sollen sowohl der Stadtrat als auch der Fachausschuss Stadtentwicklung und Bau informiert werden.

"Verbesserungen sind einfach möglich und notwendig, die Petition greift dies auf", so Gebhardt. "Lassen Sie uns eine einfache Antwort finden."

Sowohl der Ergänzungsvorschlag als auch das eigentliche Vorhaben wurden schließlich mit großer Mehrheit beschlossen.

Titelfoto: Eric Mittmann

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