Polizei muss Leipziger Ratssitzung absichern: Was war da los?

Leipzig - Ratsversammlung in Leipzig und pünktlich zum Sitzungsbeginn reihen sich gleich mehrere Einsatzfahrzeuge der Polizei vor dem Rathaus. Die Kulisse sorgte nicht nur bei Leipzigs Bürgern für Verwunderung, auch mancher Stadtrat zeigte sich schockiert. Was war vorgefallen?

Einsatzkräfte der Polizei sicherten am Mittwoch die Leipziger Ratsversammlung ab, wie hier auf einem Video von Stadtrat Martin Meißner (Grüne) zu sehen ist.
Einsatzkräfte der Polizei sicherten am Mittwoch die Leipziger Ratsversammlung ab, wie hier auf einem Video von Stadtrat Martin Meißner (Grüne) zu sehen ist.  © Montage: Christian Grube + Screenshot/instagram.com/ddreudnitz

"Gestern die Stadtbezirksbeiratssitzung, heute die Ratsversammlung unter Polizeischutz. Kommunalpolitik in Sachsen: einfach, normal und chillig", kommentierte Grünen-Stadtrat Martin Meißner das ungewohnte Bild.

Wie TAG24 vonseiten der Polizei erfuhr, waren die Einsatzkräfte zur Absicherung der Ratsversammlung vor Ort. Hintergrund waren demnach gleich mehrere Proteste, bei denen sich die Gesamtzahl der Teilnehmer jedoch in Grenzen hielt.

So hatte der Jugendverband der Gewerkschaft ver.di protestiert, ebenso wie Gegner und Befürworter der geplanten Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete in Stötteritz und Lindenthal.

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"Wir wussten nicht, ob etwas passiert, deswegen wurde die Ratsversammlung abgesichert", erklärte Polizeisprecherin Dorothea Benndorf gegenüber TAG24. Insgesamt hätten jedoch nur etwa 50 Personen an den Protesten teilgenommen. "Es blieb friedlich."

Die Polizei war mit einem Einsatzzug sowie Bürgerpolizisten vor Ort. "Als klar wurde, dass es ruhig bleibt, wurden einige Kräfte auch schon abgezogen."

Demonstration gegen Auftritt von Luke Mockridge

Hintergrund waren gleich mehrere Proteste. Laut Polizei blieb es jedoch friedlich, sodass ein Großteil der Kräfte bereits nach kurzer Zeit abgezogen werden konnte.
Hintergrund waren gleich mehrere Proteste. Laut Polizei blieb es jedoch friedlich, sodass ein Großteil der Kräfte bereits nach kurzer Zeit abgezogen werden konnte.  © Christian Grube

Am Abend sicherten die Beamten noch eine angemeldete Versammlung auf dem Markt ab. Etwa 80 Personen waren einem Aufruf der Initiative Feministischer Streik Leipzig gefolgt und hatten dort unter dem Motto "Keine Show für Täter" gegen den Auftritt von Comedian Luke Mockridge (33) im Blauen Salon protestiert.

In den vergangenen Jahren hatten mehrere Frauen Mockridge vorgeworfen, er habe sie sexuell bedrängt. Seine Ex-Freundin Ines Anioli (36) warf ihm vor, sie vergewaltigt zu haben.

Mockridge hatte die Vorwürfe bestritten. Die Ermittlungen in dem Vergewaltigungsfall wurden schließlich mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt, wie der "Spiegel" berichtete. Im März 2022 feierte der 33-Jährige sein Bühnen-Comeback.

Titelfoto: Montage: Christian Grube + Screenshot/instagram.com/ddreudnitz

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