Leipzig - Großdemo am Samstag in Leipzig! Am Nachmittag drückten nach ersten Schätzungen rund 3000 Menschen ihren Protest gegen die von der Bundesregierung geplanten Einschnitte bei der Rente, Pflege und Krankenversicherung aus. Zwei Demonstrationszüge kamen dabei gegen 12 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Simsonplatz zusammen.
Zum Protest aufgerufen hatten zuvor mehrere Initiativen, Parteien und Gewerkschaften im Rahmen eines bundesweiten Aktionstages. Unter der Devise "Für einen starken Sozialstaat" setzte sich bereits gegen 10.30 Uhr der Aufzug des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) am Volkshaus in Bewegung.
Statt der im Vorfeld erwarteten 2500 Teilnehmer fanden sich nach ersten Einschätzungen rund 1500 Menschen ein und zogen über die Karl-Liebknecht-Straße, den Peterssteinweg, die Straße des 17. Juni und die Harkortstraße in Richtung Bundesverwaltungsgericht.
Ein weiteres Bündnis lief unter dem Slogan "Es reicht! Wir sind unkürzbar!" vom Johannisplatz durch die Innenstadt zum Simsonplatz. Die dortige Kundgebung hatte das Motto: "Rote Karte dem Kahlschlag - Hände weg vom Sozialstaat".
Viel Unmut über Bundeskanzler Merz
Der Unmut der Demonstranten richtete sich dabei primär gegen die geplanten Einschnitte bei den sozialen Sicherungssystemen und etwa den Arbeitnehmerrechten.
Viele Protestler übten am Samstag aber auch direkte Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) sowie an den Plänen zum Bau einer Produktionsstätte für Raketen des US-Rüstungsunternehmens "Covenant" bei Leipzig. Zahlreiche junge Demonstranten nutzten die Gelegenheit außerdem, um gegen den neuen Wehrdienst und die Aufrüstung der Bundeswehr zu protestieren.
"Politik und Arbeitgeber müssen den Beschäftigten, die mit ihrer Arbeit den Wohlstand unseres Landes schaffen, vertrauen", hieß es seitens des DGBs. "Wir brauchen eine Wachstumsagenda für Deutschland und Europa, die Innovationen und weniger Abhängigkeiten schafft."
Im Zusammenhang mit den Demonstrationszügen und der Kundgebung kam es im Leipziger Stadtgebiet zu Verkehrseinschränkungen. Betroffen waren insbesondere die jeweiligen Aufzugsrouten sowie Bereiche der Innenstadt und des Innenstadtrings.