"Müll, Müll, Müll" - Mängelmelder der Stadt glüht heiß
Von Lutz Brose
Leipzig - Im April 2021 wurde der Mängelmelder der Stadt Leipzig scharfgestellt. Seitdem ist es unter anderem möglich, Abfälle in Parks und auf öffentlichen Plätzen, defekte Spielgeräte und Bänke sowie Schrottfahrräder und Fahrzeuge ohne Kennzeichen direkt an die Behörde zu melden. Ziel war und ist es, schnell zu reagieren und die Behebung der Mängel zügig zu veranlassen.
Bis heute sind beinahe 91.000 Meldungen eingegangen, davon allein 13.360 in diesem Jahr. Augenscheinlich nehmen die illegalen Müllablagerungen weiter zu und bleiben zum Teil länger liegen. So titelte jüngst ein Melder auf dem Portal: "Müll, Müll, Müll und es wird immer mehr".
Wie die Stadt Leipzig auf TAG24-Anfrage mitteilte, "wurden von den insgesamt eingegangenen Meldungen circa 60 Prozent zu den Kategorien Müllablagerungen im öffentlichen Raum (47 Prozent), vermüllte Altkleidercontainer (11 Prozent) und verschmutzte Glasinseln (2 Prozent) registriert".
"Allerdings ist zu beachten", so der Sprecher weiter, "dass die Zahlen zum Teil dadurch verfälscht werden, weil ein Sachverhalt mehrfach gemeldet wird. Zusätzlich werden auch auf anderen Informationswegen und eigene Feststellungen durch den Außendienst an die Stadtverwaltung weitergeleitet."
Doch warum dauert es mitunter so lange, bis wieder Sauberkeit herrscht? An einem Altkleidercontainer in der Bernhard-Kellermann-Straße in Lößnig wurden Anfang August Müllablagerungen festgestellt, die erst zu Beginn dieser Woche beseitigt wurden.
Betreiber drohen Bußgelder
Bisher seien sieben Meldungen zu Nebenablagerungen an den Betreiber weitergeleitet worden, heißt es aus der Stadtverwaltung. Dieser habe bei der letzten Leerung sodann illegale Müllablagerungen, jedoch keine Alttextilien, festgestellt und diese seinerseits beim Ordnungsamt als Ordnungswidrigkeit angezeigt (Stand Ende August).
"Nach Abschluss der Ermittlungen am Standort zu einem eventuellen Verursacher werden die Nebenablagerungen durch den Betreiber beseitigt. Andersherum wird bei eindeutig nachweisbaren Verstößen des Betreibers gegen die Auflagen der Sondernutzungserlaubnis dies im Rahmen eines Bußgeldverfahrens auch gegenüber dem Betreiber geahndet", erklärte die Stadt weiterhin.
Die bloße Entfernung von solchen Containern scheint auch keine Lösung, denn zum Teil werden an diesen Plätzen immer noch Alttextilien oder anderer Müll abgelegt. Dies betrifft vor allem Standorte, an denen sich auch Glascontainer befinden.
Insgesamt sind die Meldungen an diesen Standorten jedoch zurückgegangen. Zudem möchte die Stadt ihren Bürgern eine wohnortnahe Entsorgung von Alttextilien weiterhin ermöglichen.
Wegen Verstößen gegen abfallrechtliche Bestimmungen wurden bis zum 30. Juni insgesamt 887 Anzeigen für 2026 erfasst. Im ersten Halbjahr 2026 wurden rund 5000 Euro Buß- und Verwarnungsgelder verfügt. Diese Zahlen umfassen laut Stadt jedoch alle angezeigten abfallrechtlichen Verstöße.
Titelfoto: Lutz Brose

