Leipzig - Am Dienstagabend lief am Westufer des Cospudener Sees über mehrere Stunden eine groß angelegte Suchmaßnahme der Polizei. Nun ist klar: Die Behörden verfolgten einen 31-Jährigen aus der bayerischen Oberpfalz, der am vorangegangenen Wochenende versucht haben soll, seine Partnerin (30) zu töten.
Nach derzeitigem Ermittlungsstand soll der Deutsche am Samstag gegen 12 Uhr seine 30-jährige afghanische Lebensgefährtin in der gemeinsamen Wohnung in Weiden-Rehbühl mit mehreren Messerstichen schwer verletzt haben.
Laut dem Polizeipräsidium aus der Oberpfalz hatte die schwerstverletzte Frau erst nach mehreren Stunden Nachbarn auf sich aufmerksam machen können.
Polizeibeamte verschafften sich daraufhin Zutritt zu der Wohnung und alarmierten den Rettungsdienst. In der Klinik wurde die 30-Jährige notoperiert. Sie befinde sich aktuell nicht mehr in Lebensgefahr, heißt es.
Bei der Tatortarbeit stellten Mitarbeiter der Spurensicherung das mutmaßliche Tatwerkzeug fest, vom 31-Jährigen fehlte hingegen jede Spur.
Im Rahmen einer umgehend eingeleiteten Fahndung durchsuchte die Polizei dann mehrere Objekte in Weiden sowie am ehemaligen Wohnort des Tatverdächtigen, konnte den Mann dort jedoch nirgends auffinden.
Stundenlanger Einsatz am Cossi
Welche Spur genau die Ermittler dann am Dienstag nach Leipzig führte, wollte das Polizeipräsidium aus der Oberpfalz auf TAG24-Nachfrage nicht verraten. Bestätigt wurde lediglich, dass spezialisierte Zielfahnder des bayerischen LKA vor Ort zum Einsatz kamen.
Für die Leipziger Polizei begann der Einsatz dann gegen 17 Uhr südwestlich des Hafens. Auch ein Hubschrauber wurde hinzugezogen. Gegen 23 Uhr habe man die Maßnahme dann jedoch erfolglos beendet, so Polizeisprecher Tom Erik Richter gegenüber TAG24.
Am nächsten Morgen gelang es Zivilkräften des bayerischen LKA dann, den Gesuchten in Gera (Thüringen) festzunehmen. Nach Polizeiangaben leistete er dabei keinen Widerstand.
Am Donnerstag wurde der 31-Jährige sodann einem Ermittlungsrichter vorgeführt, welcher einen Haftbefehl gegen ihn wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes erließ.
Der Tatverdächtige wurde anschließend in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Die Ermittlungen dauern an.