Magdeburg - Dass auch mal ein Kind operiert werden muss, ist keine Seltenheit. Schon aber, wenn ein Roboter bei der OP mit aushilft. Das ist jetzt in der Uniklinik in Magdeburg geglückt.
Zum ersten Mal wurde einem neunjährigen Jungen mithilfe des sogenannten Da-Vinci-Roboters die Milz entfernt. Der roboter-assistierte Eingriff gilt als besonders schonend und damit gut geeignet für jüngere Patienten.
Der Neunjährige leidet unter einer sogenannten Kugelzellanämie, wo rote Blutkörperchen vorzeitig von der Milz abgebaut werden. Das Organ war zudem stark vergrößert.
Der Kleine musste bereits neun Bluttransfusionen über sich ergehen lassen. Ein früherer operativer Eingriff, wo die Milz nur zum Teil entfernt wurde, hatte nicht den gewünschten Effekt, teilte die Uniklinik Magdeburg mit.
"Für einen neunjährigen Patienten sind neun Bluttransfusionen eine enorme Belastung. Unser Ziel war es deshalb, die Ursache für den wiederkehrenden Abbau der roten Blutkörperchen zu beseitigen und ihm langfristig weitere Transfusionen zu ersparen", erklärt Dr. med. Steffen Kroker, Chefarzt der Kinderchirurgie.
Nach Roboter-OP: Junger Patient schnell wieder auf den Beinen
Normalerweise ist für diese Operation ein großer Bauchschnitt vonnöten. Der Da-Vinci-Roboter kann jedoch mehrere kleinere Zugänge schaffen. Das macht den Eingriff nicht nur sicherer, sondern reduziert auch die Belastung für den Patienten.
Wie die Uniklinik mitteilte, lief die OP problemlos. Noch am Folgetag konnte der Junge auf die Normalstation verlegt und wenige Tage später entlassen werden.
"Wir hatten mit einer deutlich längeren Genesungszeit gerechnet. Umso glücklicher waren wir, dass er so schnell wieder auf den Beinen war", sagte die Mutter des kleinen Patienten.
Durch die gelungene OP kann der Schüler nun wieder richtig durchstarten! Bluttransfusionen werden nicht mehr nötig sein.
Mehr Zeit also für seine Lieblingshobbys, die während seiner Krankheit nicht möglich waren: Fußballspielen und Fahrradfahren.