Magdeburg - In der CDU-Landtagsfraktion von Sachsen-Anhalt wächst der interne Streit. Mehrere Abgeordnete denken offenbar darüber nach, die Fraktion zu verlassen.
Auslöser sind unter anderem die Personaldebatte um Fraktionschef Sven Schulze (47) und der künftige Umgang mit der AfD.
Wie Volksstimme berichtet, überlegt auch der frühere Bildungsminister Marco Tullner (57) der Fraktion dem Rücken zu kehren. Er will demnach bis zum Jahresende beobachten, ob sich die Konflikte innerhalb der CDU entschärfen.
Auch ein weiteres langjähriges Fraktionsmitglied soll über einen Austritt nachdenken.
Entscheidend könnte der CDU-Landesparteitag am 5. Dezember werden. Dort wird ein neuer Vorstand gewählt. Gelingt kein Neustart, könnte sich der Streit weiter verschärfen.
Im Mittelpunkt steht auch Fraktionschef Sven Schulze (47). Nach der verlorenen Landtagswahl kündigte er seinen Rückzug vom Parteivorsitz an, kandidierte anschließend aber für den Vorsitz der Landtagsfraktion.
Dort setzte er sich nur knapp mit acht zu sieben Stimmen durch.
Gab es CDU-Stimmen für AfD-Mann Tobias Rausch?
Wie tief der Riss innerhalb der Fraktion geht, zeigte sich möglicherweise auch bei der Wahl von Tobias Rausch (35, AfD) zum Landtagspräsidenten.
Die CDU-Führung hatte ihren Abgeordneten empfohlen, sich zu enthalten. Am Ende gab es allerdings nur fünf Enthaltungen.
Rausch behauptet, vier Stimmen aus der CDU bekommen zu haben, und spricht von vorherigen Absprachen. Aufgrund der geheimen Wahl lässt sich das nicht überprüfen.
Zusätzlichen Zündstoff gibt es mit Blick auf Dezember. AfD-Co-Fraktionschef Ulrich Siegmund (35) will sich dann zum Ministerpräsidenten wählen lassen.
Die AfD verfügt über 39 Sitze, für eine Mehrheit wären 42 Stimmen nötig. Siegmund wäre damit auf Unterstützung aus anderen Fraktionen angewiesen.
Ob der Streit in der CDU tatsächlich zu Austritten führt, dürfte sich spätestens rund um den Parteitag Anfang Dezember zeigen.