Verkehrsministerin Hüskens schimpft über "desaströse" Zuganbindungen

Magdeburg - Gerade zu Zeiten des 9-Euro-Tickets waren Bahnfahrten in Sachsen-Anhalt zum Teil mit abenteuerlichen Ausfällen und Verspätungen verbunden. Die Verkehrsministerin macht dafür die Deutsche Bahn verantwortlich.

Aktuell können viele Züge der Deutschen Bahn ihren Fahrplan nicht einhalten. (Symbolbild)
Aktuell können viele Züge der Deutschen Bahn ihren Fahrplan nicht einhalten. (Symbolbild)  © Fabian Sommer/dpa

Sachsen-Anhalts Verkehrsministerin Lydia Hüskens (58, FDP) hat wegen der vielen Zugausfälle massive Kritik an der Deutschen Bahn geübt.

"Das System Bahn konnte - verursacht durch die DB Netz AG - seine Systemrelevanz und Leistungsfähigkeit (...) nicht nachweisen", schrieb Hüskens in einem Brief an Bahn-Infrastruktur-Vorstand, Berthold Huber (59).

Sachsen-Anhalt sei im Sommer massiv von der Überprüfung und Auswechslung schadhafter Schwellen betroffen gewesen. Zeitweise waren laut Hüskens bis zu sieben Strecken über Wochen voll gesperrt.

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"Leider nimmt die Kette der vorgenannten Einschränkungen aber kein Ende." Bereits seit Monaten häuften sich Streckensperrungen aufgrund nicht besetzter Stellwerke, führte Hüskens aus. Hauptsächlich betroffen sei die Achse Halle - Sangerhausen - Kassel mit täglich stundenweise Ausfallzeiten.

Die Situation ist für das System Schiene und für die Anbindung der betroffenen Region laut Hüskens desaströs. "Die DB AG will sich als wichtiger Problemlöser im Klimawandel positionieren und produziert damit leider das Gegenteil." Die Bahn müsse die ununterbrochene Nutzbarkeit der Infrastruktur wiederherstellen.

Außerdem forderte sie das Unternehmen auf, die Schäden für Fahrgäste, Eisenbahnverkehrsunternehmen und Aufgabenträger auszugleichen.

Mitarbeiter sollen flexibler aufgestellt werden

Lydia Hüskens (58, FDP) kritisiert die ständigen Probleme bei der Deutschen Bahn. (Archivbild)
Lydia Hüskens (58, FDP) kritisiert die ständigen Probleme bei der Deutschen Bahn. (Archivbild)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Die Bahn begründete am Freitag die Ausfälle mit momentan "außergewöhnlich hohen Krankenständen". "Bei kurzfristigen Krankmeldungen – insbesondere beim Stellwerkspersonal – lassen sich diese leider auch durch eine flexible und vorausschauende Personalplanung nicht vollständig kompensieren", sagte eine DB-Sprecherin.

Bei den Mitarbeitern in den Stellwerken handele es sich um hochspezialisierte Fachkräfte, die kurzfristig schwer ersetzbar seien.

Es bedürfe einer Ausbildung für die jeweilige Stellwerkstechnik und Region und einer Einarbeitung für die örtlichen Gegebenheiten, betonte die Sprecherin. Man wolle die Mitarbeiter flexibler aufstellen, damit diese auf unterschiedlichen Stellwerken eingesetzt werden könnten.

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Darüber hinaus setze die Bahn unter anderem auf Neueinstellungen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen will die Deutsche Bahn in diesem Jahr rund 3000 neue Beschäftigte einstellen.

Der Landrat des Landkreises Mansfeld-Südharz, André Schröder (53, CDU), hatte unter der Woche bereits dringende Abhilfe gegen die Ausfälle im Zugverkehr gefordert.

Das Vertrauen in einen funktionierenden und attraktiv gestalteten Schienenpersonennahverkehr werde in einer ganzen Region massiv erschüttert, schrieb er in einem offenen Brief an Bundesverkehrsminister Volker Wissing (52, FDP).

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

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