Von Christopher Hirsch
Rostock - Für die Sicherung und Reparatur des historischen Hellingkrans auf dem Gelände der ehemaligen Neptunwerft in Rostock sollen gleich mehrere Kräne zum Einsatz kommen.
Sie sollen dazu dienen, "an allen Ecken und Enden sozusagen die Lasten abzufangen und dann diesen Zugbalken, der da oben gerissen ist, zu reparieren", sagte der zuständige Senator Chris von Wrycz Rekowski (58, SPD) am Montag vor Ort.
Von fünf Kränen war die Rede - drei zur Entlastung und ein bis zwei für die eigentliche Reparatur. Der beschädigte Zugbalken soll demnach ein Stück nach oben gezogen werden.
"Dann wird man ihn schweißen und verschiedene Spindeln verstärken, sodass man davon ausgeht, dass die Tragfähigkeit wiederhergestellt ist", sagte von Wrycz Rekowski, der die Bereiche Finanzen, Digitalisierung und Ordnung verantwortet.
Die beauftragte Firma bereitete am Montagvormittag das Aufstellen der Kräne vor. "Wir gehen davon aus, dass wir vielleicht in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch mit den Arbeiten beginnen können", sagte von Wrycz Rekowski. "Das hängt am Ende am Wind. Also es darf nur eine bestimmte Windlast sein."
Der Senator sagte weiter: "Wir werden vor allem versuchen, nachts zu arbeiten." Durch die zusätzlichen Kräne könnte das benachbarte Neptun-Einkaufszentrum von einer Erweiterung des Absperrbereichs betroffen sein. "Das kann sein, dass wir hier dann den vorderen Teil des Einkaufscenters nicht nutzen können. Und nachts macht das eben nichts."
Die Feststellung des Schadens hat am Freitag dazu geführt, dass der Bereich um den Kran weiträumig abgesperrt wurde. Auch Wohnungen mussten vorsichtshalber evakuiert werden.
Schaden an Hellingkran: Kosten für Sicherung und Reparatur offenbar mindestens sechsstellig
Sollte der Zugbalken reißen, gehen Fachleute nach Aussage von Wrycz Rekowskis davon aus, dass Teile auf den Aufleger und in Richtung Kanzel fallen. "Und jetzt wissen alle nicht, wenn dieses Schlagereignis kommt, ob der ganze Aufleger dann nach vorne fallen kann." Es bestehe die Gefahr, dass so Wohngebäude beschädigt werden.
Die Ursache für den Schaden am historischen Hellingkran sei bislang nicht geklärt. "Das wird man erst feststellen können, wenn die Arbeiter oben sind", so der Senator. Gegebenenfalls seien Schweißarbeiten in der Vergangenheit nicht fachgerecht durchgeführt worden.
Zu den Kosten für Sicherung und Reparatur sagte von Wrycz Rekowski: "Wir reden sicher über sechsstellige Beträge." Die Stadt kümmere sich zunächst im Rahmen des Sofortvollzugs als Gefahrenabwehrmaßnahme um die Situation.
Im Anschluss werde geprüft, wer die Kosten übernimmt. "Aber jetzt geht es erst mal darum, das Denkmal zu sichern und die Wohngebäude zu sichern und die Menschen ganz schnell wieder in ihre Häuser zu lassen."
Die Stadt hatte mitgeteilt, dass die Bewohnerinnen und Bewohner der 44 betroffenen Wohnungen voraussichtlich frühestens am 2. November zurückkönnen. Sie seien bei Angehörigen, Freunden und Bekannten untergekommen.