München - In der Nacht auf Freitag ist ein israelisches Restaurant im Münchner Stadtbezirk Maxvorstadt angegriffen worden. Die Polizei geht von einem antisemitischen Motiv der Täter aus. Der Staatsschutz ermittelt.
Wie ein Sprecher der Polizei mitteilte, meldeten Anwohner gegen 0.45 Uhr drei laute Knallgeräusche in der Heßstraße.
Vor Ort stellten die Beamten fest, dass die Schaufensterscheiben des Restaurants "Eclipse Grillbar" an drei Stellen eingeschlagen waren. Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief ergebnislos.
"Das Besondere bei diesem Einsatz ist die politische Brisanz, die dahintersteckt. Die Betreiber dieses Restaurants sind jüdischen Glaubens", erklärte der Sprecher.
Auch die Brandfahndung war in der Nacht vor Ort. Ermittlungen ergaben, dass "die Schaufensterscheiben gewaltsam beschädigt und pyrotechnische Gegenstände in das Restaurant geworfen" wurden. "Um welche Art es sich dabei handelte, ist Gegenstand der Ermittlungen."
Den Sachschaden bezifferte die Polizei auf mehrere Tausend Euro. Verletzt wurde niemand.
Die Spurensicherung war ebenfalls vor Ort. Die Polizei München ermittelt in alle Richtungen. Neben der Kriminalpolizei ist auch der Staatsschutz involviert.
Bilder vom Polizeieinsatz in der Heßstraße in München
Israelisches Restaurant in München attackiert: "Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir machen auf"
Dem Angriff waren nach Angaben des Lokals keine Drohungen vorausgegangen. "Es gab keine direkten Drohungen", sagte der Schwager des Betreibers und Mitarbeiter des betroffenen Restaurants "Eclipse Grillbar", Grigori Dratva, der Deutschen Presse-Agentur.
"Wir haben uns eigentlich in München immer sehr sicher gefühlt."
Am Donnerstagabend habe man bis 23 Uhr geöffnet gehabt. "Wir werden auch heute wieder öffnen", kündigte Dratva am Freitagmorgen an. "Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir machen auf."
Auch er geht von einer politisch motivierten Tat aus.
"Also wir wollen natürlich nichts erfinden, niemandem was unterstellen, aber wir sind natürlich ein sichtbares israelisches Lokal, und da liegt halt die Vermutung nahe", sagte Dratva.
Erstmeldung: 6.51 Uhr; zuletzt aktualisiert: 9.30 Uhr