Von Sabine Dobel
München - Nach dem Polizeischuss auf einen 14-Jährigen in München wurden laut Staatsanwaltschaft unter anderem dessen Begleiterin und weitere Zeugen vernommen. Der Schüler und seine Mutter machten keine Angaben zur Sache.
Die Mutter hatte sich allerdings vor einigen Tagen im Sender München.TV geäußert und berichtet, wie ihr Sohn ihr die Situation geschildert habe: Er habe sich umgedreht und die Lage wahrscheinlich gar nicht richtig erfasst, sagte die Frau.
Dann habe ihr Sohn sofort die Arme hochgenommen und gerufen, dass die Waffe ein Spielzeug sei, die Polizisten sollten nicht schießen. Da sei schon der Schuss gefallen.
Laut Polizei soll der Schüler mit türkisch-kurdischer Herkunft aus dem Landkreis Miesbach, der mit einem etwa gleichaltrigen Mädchen unterwegs war, auf offener Straße mit der echt wirkenden Softair-Pistole hantiert haben.
Als Zivilbeamte ihn aufgefordert hätten, die Pistole fallen zu lassen, habe er sich mit dieser in der Hand zu den Polizisten umgedreht, erläuterte die Polizei.
Daraufhin habe ein Beamter geschossen. Der Jugendliche wurde schwer verletzt.
Widersprüchliche Darstellungen zum Polizeischuss
Zu dem Fall war dann eine anderslautende Darstellung des Kurdischen Zentrums München aufgetaucht. Demnach hatte der Schüler die Waffe bereits niedergelegt, als die Polizei schoss. Laut Polizei handelte es sich um eine Softair-Pistole, die einer echten Beretta Pistole 92, Kaliber neun Millimeter, täuschend ähnlich sah.
Die Staatsanwaltschaft München I prüft zusammen mit dem Bayerischen Landeskriminalamt - wie in solchen Fällen üblich - die Rechtmäßigkeit der polizeilichen Schussabgabe.
Es werde aber nicht gegen den Beamten ermittelt, der geschossen hatte, hatte es bei der Polizei geheißen.