Münchner Promi-Wirt Kuffler von Mitarbeitern abgezockt: "Beklauen dich von vorne bis hinten"

München - 50 Beschäftigte der Oktoberfest-Wirte Sebastian und Stephan Kuffler sollen ihre Chefs über Jahre hinweg abgezockt haben. Mit einer Großrazzia wurde schließlich nach Beweisen gesucht. Der Schaden belaufe sich möglicherweise auf über 100.000 Euro.

Stephan Kuffler ist von seinen Mitarbeitern schwer enttäuscht worden.  © IMAGO / Eventpress

45 Männern und fünf Frauen im Alter von 25 bis 69 Jahren sollen im Restaurant Spatenhaus an der Oper Speisen und Getränke nicht ordnungsgemäß abgerechnet haben – und das jahrelang!

Gegenüber der "Bild" zeigte sich Stephan Kuffler "zutiefst erschüttert". Den besagten Kellnern wird schwerer Bandendiebstahl vorgeworfen. "Die Leute sind teilweise 20 Jahre und länger bei uns. Die lächeln dir freundlich ins Gesicht und beklauen dich gleichzeitig von vorne bis hinten", so Kuffler.

Der Verdacht wiegt schwer: Kellner sollen Barzahlungen von Gästen kassiert, aber nicht verbucht haben – stattdessen wanderte das Geld offenbar direkt in die eigene Tasche. Wie hoch der entstandene Schaden tatsächlich ist, kann die Polizei noch nicht beziffern. Nach ersten Schätzungen könnte er jedoch im sechsstelligen Bereich liegen.

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Die Ermittlungen laufen bereits seit März 2025. Nach Angaben der Polizei hatten sich der Betreiber des Spatenhauses selbst an die Behörden gewandt, "da er Unstimmigkeiten bei der Verbuchung von Bestellungen feststellte".

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Neben dem Spatenhaus sind die Wirte für "Kufflers Weinzelt" auf dem Oktoberfest berühmt.  © Imago / Eibner

Großrazzia in Wohnungen der beschuldigten Mitarbeiter

In dieser Woche kam es zu einer groß angelegten Razzia: Rund 130 Einsatzkräfte durchsuchten zeitgleich Wohnungen der Beschuldigten in München und Oberbayern. Dabei stellten die Ermittler zahlreiche Beweismittel sicher – darunter Handys, Laptops, andere elektronische Speichermedien sowie Bargeld.

Ein Beschuldigter wurde im Zuge der Maßnahmen festgenommen. Zudem besteht der Verdacht, dass einzelne Tatverdächtige nicht nur Geld, sondern auch Lebensmittel aus dem Betrieb entwendet haben sollen.

Um den laufenden Betrieb im Spatenhaus weiterhin sicherstellen zu können, müssen die Kufflers offenbar rasch Personal nachbesetzen. Übergangsweise sollen daher Mitarbeitende aus anderen Betrieben der Unternehmensgruppe eingesetzt werden.

Zur Kuffler-Gruppe zählen mehrere bekannte Gastronomien in München, darunter das Seehaus im Englischen Garten, das Traditionswirtshaus Haxnbauer sowie das asiatische Restaurant Mangostin.

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