Oktoberfest in München: Sicherheitsmitarbeiter soll Besucher ins Gesicht geschlagen haben

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München - Zum 191. Mal heißt es in München "O'zapft is!". Bis zum 4. Oktober findet auf der Theresienwiese das Oktoberfest statt.

Die 191. Wiesn findet vom 19. September bis zum 04. Oktober 2026 auf der Münchner Theresienwiese statt.
Die 191. Wiesn findet vom 19. September bis zum 04. Oktober 2026 auf der Münchner Theresienwiese statt.  © Felix Hörhager/dpa

So mancher Münchner flieht aus der Stadt, andere können von der fünften Jahreszeit gar nicht genug bekommen.

Zwischen dem Schaulaufen der Promis und kurioser Skandale gibt es jede Menge Geschichten, die ans Herz gehen. Doch wo Millionen Menschen zum Feiern zusammenkommen, gibt es auch Schattenseiten: Unfälle, Diebstähle und Alkoholexzesse sind ebenso Teil des größten Volksfests der Welt.

Mit unserem Liveticker zum Oktoberfest bleibt Ihr auf dem Laufenden.

1. Oktober, 16.01 Uhr: Wiesn-Watschn! Sicherheitsmitarbeiter soll Besucher geschlagen haben

Auf dem Münchner Oktoberfest soll ein Sicherheitsmitarbeiter einem Besucher mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.

Der 31-Jährige hatte den 37-Jährigen am Mittwochabend dabei beobachtet, wie dieser am Ausgang eines Festzelts gegen das Zelt urinierte. Als der Besucher der Aufforderung, den Bereich zu verlassen, nicht nachkam, kam es laut Polizei zu einer körperlichen Auseinandersetzung.

Der 37-Jährige stürzte zu Boden und verlor kurzzeitig das Bewusstsein. Schwerwiegende Verletzungen wurden vom Rettungsdienst jedoch nicht festgestellt.

Die Polizei nahm den Security-Mann vorläufig fest. Gegen ihn wird wegen Körperverletzung ermittelt. Nach Abschluss der Maßnahmen wurde er wieder entlassen. Zudem wurde ein Betretungsverbot für das Oktoberfest 2026 angestrebt.

Die Polizei nahm den mutmaßlichen Schläger fest. (Archivfoto)
Die Polizei nahm den mutmaßlichen Schläger fest. (Archivfoto)  © Peter Kneffel/dpa

1. Oktober, 12.57 Uhr: Mehrere Fälle von Körperverletzung

Am Mittwoch geriet ein 48-Jähriger mit ungarischer Staatsangehörigkeit ohne festen Wohnsitz in Deutschland mit einem 39 Jahre alten Landsmann mehrfach in einen Streit. Stand jetzt soll der Kontrahent gegen 23.30 Uhr dem 48-Jährigen mehrfach mit der Faust gegen Oberkörper und Kopf seines Kontrahenten geschlagen haben.

Dieser "stürzte daraufhin rückwärts zu Boden und schlug mit dem Kopf auf dem Asphalt auf. Er wurde dabei schwer verletzt und war zunächst nicht ansprechbar", teilten die Beamten mit. Er kam in eine Klinik, der 39-Jährige wurde festgenommen und angezeigt und wird am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt.

Zuvor, gegen 21.10 Uhr, kam es bereits zu einer körperlichen Attacke. In dem Fall gegen einen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes eines Festzelts. Er beobachtete einen 37-jährigen Dänen, der gegen das Festzelt pinkelte. Der Security-Mann forderte ihn auf, den Bereich zu verlassen.

Da dieser nicht wollte, kam es zu Handgreiflichkeiten. "Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen schlug dabei der Sicherheitsmitarbeiter dem 37-Jährigen mit der Faust ins Gesicht. Dieser stürzte zu Boden und verlor kurzzeitig das Bewusstsein."

Er wurde vom alarmierten Rettungsdienst untersucht, schwerwiegende Verletzungen konnten ausgeschlossen werden. Der 31-jährige Deutsche erhielt eine Anzeige und darf das Festgelände 2026 nicht mehr betreten.

In der Mittwochnacht gab es mehrere Vorfälle von Körperverletzung auf dem Oktoberfest.
In der Mittwochnacht gab es mehrere Vorfälle von Körperverletzung auf dem Oktoberfest.  © Felix Hörhager/dpa

30. September, 12.18 Uhr: US-Tourist zeigt Hitlergruß und wird festgenommen

Am Dienstag gegen 21.25 Uhr konnten mehrere Besucher und Polizisten beobachten, wie ein Mann beim Verlassen des Geländes im Bereich eines U-Bahnabgangs die Geste mit Bezug zum Nationalsozialismus zeigte.

Die Beamten folgten dem Mann und nahmen ihn schließlich vorläufig fest. Der 27-jährige US-Amerikaner wurde zur Wiesnwache gebracht und wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen angezeigt. Außerdem wurde ihm ein Platzverweis für das gesamte Gelände bis zum Wiesn-Ende erteilt.

Im Rahmen der Ermittlungen sicherte die Polizei die Videoaufzeichnungen aus dem Bereich des U-Bahnhofs als Beweismittel. Nachdem er einer Sicherheitsleistung in Höhe eines mittleren vierstelligen Betrags gezahlt hatte, durfte der Mann die Wache wieder verlassen.

30. September, 12 Uhr: Seniorin stirbt nach Unfall mit Pferd

Ein Unfall vor einer Woche auf der Oidn Wiesn beschäftigt die Polizei.

Eine Seniorin im Rollstuhl hatte am Mittwoch vor einer Woche ein Pferd gestreichelt und war gestürzt. Wenig später ging es ihr sehr schlecht, sodass sie schließlich ins Krankenhaus kam. Dort starb die 90-jährige Münchnerin am Dienstag.

Die Polizei hat ihre Ermittlungen zum Geschehen aufgenommen.

30. September, 7.07 Uhr: Wiesn-Bedienungen mahnen zu Toleranz

Die Wiesn-Wirte haben positiv auf die in den sozialen Medien angestoßene Initiative "Bedienungen gegen rechts" reagiert.

Die Vereinigung der Münchner Wiesn-Wirte befürwortet die Aktion der Bedienungen und lehnt jede Art von Rassismus und Sexismus in den Festzelten ab, wie die Wirtesprecher Peter Inselkammer und Christian Schottenhamel auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilten.

Darüber hinaus wolle sich die Vereinigung der Wiesn-Wirte allerdings nicht politisch äußern. "Schon die Betriebsvorschriften für das Oktoberfest weisen darauf hin, dass politische Veranstaltungen in den Festzelten nicht erlaubt sind", begründeten sie ihre Zurückhaltung. 

Zuvor hatten die "Bedienungen gegen rechts" in den sozialen Medien zum Start des Oktoberfests ein etwa vierminütiges Video veröffentlicht. In dem Clip kommen zahlreiche Wiesn-Bedienungen zu Wort, die für Vielfalt, Toleranz und Respekt auf dem größten Volksfest der Welt werben.

"Wir finden, die Wiesn ist politisch und es muss Haltung gezeigt werden", erklärten die "Bedienungen gegen rechts" im Gespräch mit der dpa. "Die Wiesn steht natürlich für Tradition, aber wir fordern, dass sie auch einfach für mehr Toleranz steht."

30. September, 6.10 Uhr: Jeder vierte Wiesnbesucher kommt mit dem Auto

Oktoberfest und Auto passen eigentlich nicht so gut zusammen. Trotzdem kommt mehr als jeder vierte Besucher mit diesem Verkehrsmittel zur Wiesn, wie eine Auswertung anonymisierter Handydaten durch Vodafone ergeben hat.

In der Zeit vom ersten bis zum zweiten Wiesn-Samstag kamen der Mobilitätsanalyse zufolge 59 Prozent der Gäste mit dem öffentlichen Personennahverkehr zum Oktoberfest. Das Auto folgt auf Platz zwei mit 28 Prozent, gefolgt vom Fernverkehr mit sieben Prozent und Fuß und Fahrrad mit fünf Prozent. 

Auch unter der Woche war das Oktoberfest oft gut gefüllt. Für den Freitag zählte die Analyse sogar rund 600.000 Besucher. "Auf der Wiesn wird immer öfter auch unter der Woche gefeiert", sagt Michael Reinartz, Innovationschef bei Vodafone. "Die Besucherzahlen waren unter der Woche fast gleich hoch wie am Wochenende." Vergangenes Jahr habe sich der Besucherzustrom noch deutlich stärker auf die Wochenenden konzentriert. 

Am vollsten war es unter der Woche in der Regel zwischen 16 und 17 Uhr. Ab 21Uhr wurde es leerer. Allerdings fahren viele Gäste nicht direkt nach Hause. Oft ging es nach dem Festbesuch noch in andere Stadtviertel. "Die Wiesn wirkt weit über die Theresienwiese hinaus und sorgt für zusätzliches Besucheraufkommen in zahlreichen Stadtteilen und im Münchner Umland", sagt Reinartz.

Die Sonne scheint über dem Eingang zum Oktoberfest. Viele reisen mit dem Auto an.
Die Sonne scheint über dem Eingang zum Oktoberfest. Viele reisen mit dem Auto an.  © Felix Hörhager/dpa

29. September, 17.31 Uhr: Schankkellner kündigen nach Streit mit dem Chef

Im Paulaner-Festzelt kam es am Montagabend offenbar zu einer Auseinandersetzung zwischen Festwirt Lorenz Stiftl und zwei Schankkellnern. Anschließend sollen sieben Mitarbeiter gekündigt haben.

Stiftl habe zwei seiner Angestellten offenbar beim Biertrinken erwischt und gekündigt. Aus Mitarbeiterkreisen wird der Vorfall dagegen als "heftige Auseinandersetzung" beschrieben. Daraufhin stellten sich weitere Schankkellner hinter ihre Kollegen.

Insgesamt sieben von ihnen legten die Arbeit nieder und schlossen die Zapfhähne. Das bestätigt auch die Sprecherin.

29. September, 15.26 Uhr: 52-Jähriger nach Streit nahe Oktoberfest im Koma

Nach einem Streit in der Nähe des Oktoberfests liegt ein 52-Jähriger aus dem Landkreis Freising im Koma. Nach Angaben der Polizei wurde der Mann von einem bislang unbekannten Täter mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Er stürzte und prallte mit dem Kopf ungebremst auf den Asphalt.

Der 52-Jährige war gemeinsam mit einer Gruppe auf dem Oktoberfest unterwegs. Außerhalb des Festgeländes kam es zu einem Streit mit mehreren Unbekannten. Einer der Männer schlug dem 52-Jährigen ins Gesicht. Ein 21-jähriger Begleiter, ebenfalls aus dem Landkreis Freising, wurde bei der Auseinandersetzung leicht verletzt. Die Unbekannten ergriffen anschließend die Flucht.

Der 52-jährige Mann erlitt schwere Kopfverletzungen und musste notoperiert werden. Nach Angaben der Polizei ist derzeit noch unklar, wie schwer seine Verletzungen tatsächlich sind.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben.

29. September, 14.43 Uhr: 100.000 Euro Beute – Polizei fasst Taschendieb-Bande

Ein gestohlenes Handy, eine Attrappe als Ersatz und mutmaßliches Diebesgut im Wert von rund 100.000 Euro: Nach schwerem Bandendiebstahl während des Oktoberfests hat die Münchner Polizei vier Tatverdächtige festgenommen. Die aus Frankreich stammenden Männer sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft, wie die Polizei mitteilte. 

Ihren Ausgang nahmen die Ermittlungen bei einem 36-jährigen Wiesngast aus den USA. Er war am Donnerstagabend auf dem Fest und wachte am nächsten Morgen ohne Erinnerung in seinem Hotel auf. Er stellte fest, dass sein Mobiltelefon gestohlen und durch eine Attrappe ersetzt worden war. Auch ein Armbandtracker fehlte. Über das gestohlene Handy waren zwischenzeitlich Einkäufe im Wert von mehreren tausend Euro getätigt worden.

Bei der Auswertung von Videoaufnahmen kamen die Ermittler einem der 29-jährigen Tatverdächtigen auf die Spur. Taschendiebfahnder aus Rumänien und Portugal erkannten den Mann noch am selben Abend auf dem Oktoberfest wieder. Er wurde zusammen mit einem 31-jährigen Landsmann festgenommen. Die weiteren Ermittlungen führten die Beamten zu einem Hotel in München. Dort nahmen sie zwei weitere Franzosen im Alter von 27 und 34 Jahren fest. In dem Zimmer fanden die Ermittler zahlreiche hochwertige Gegenstände und Kleidung sowie Mobiltelefone, mutmaßlich aus vorangegangenen Diebstählen. 

"Wir gehen davon aus, dass die Männer extra für das Münchner Oktoberfest hier angereist sind zur Begehung von Straftaten", sagte Polizeisprecher Christian Drexler.

Das Oktoberfest zieht nicht nur Besucher, sondern auch Diebe an.
Das Oktoberfest zieht nicht nur Besucher, sondern auch Diebe an.  © Felix Hörhager/dpa

29. September, 13.44 Uhr: Polizei ermittelt nach Vergewaltigung auf dem Oktoberfest

Die Polizei ermittelt nach einer Vergewaltigung auf Hügel an der Bavaria und hat einen italienischen Touristen festgenommen.

Der Mann verging sich am Sonntag gegen 22.30 Uhr an einer 31-Jährigen. Mitarbeiter des Sanitätsdiensts und eines Zelts schritten ein und hielten den Mann fest, bis die Polizei eintraf.

Inzwischen sitzt der 31-jährige Tourist in Untersuchungshaft.

Titelfoto: Felix Hörhager/dpa

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