Oktoberfest in München: US-Tourist zeigt Hitlergruß und wird festgenommen

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München - Zum 191. Mal heißt es in München "O'zapft is!". Bis zum 4. Oktober findet auf der Theresienwiese das Oktoberfest statt.

Die 191. Wiesn findet vom 19. September bis zum 04. Oktober 2026 auf der Münchner Theresienwiese statt.
Die 191. Wiesn findet vom 19. September bis zum 04. Oktober 2026 auf der Münchner Theresienwiese statt.  © Felix Hörhager/dpa

So mancher Münchner flieht aus der Stadt, andere können von der fünften Jahreszeit gar nicht genug bekommen.

Zwischen dem Schaulaufen der Promis und kurioser Skandale gibt es jede Menge Geschichten, die ans Herz gehen. Doch wo Millionen Menschen zum Feiern zusammenkommen, gibt es auch Schattenseiten: Unfälle, Diebstähle und Alkoholexzesse sind ebenso Teil des größten Volksfests der Welt.

Mit unserem Liveticker zum Oktoberfest bleibt Ihr auf dem Laufenden.

30. September, 12.18 Uhr: US-Tourist zeigt Hitlergruß und wird festgenommen

Am Dienstag gegen 21.25 Uhr konnten mehrere Besucher und Polizisten beobachten, wie ein Mann beim Verlassen des Geländes im Bereich eines U-Bahnabgangs die Geste mit Bezug zum Nationalsozialismus zeigte.

Die Beamten folgten dem Mann und nahmen ihn schließlich vorläufig fest. Der 27-jährige US-Amerikaner wurde zur Wiesnwache gebracht und wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen angezeigt. Außerdem wurde ihm ein Platzverweis für das gesamte Gelände bis zum Wiesn-Ende erteilt.

Im Rahmen der Ermittlungen sicherte die Polizei die Videoaufzeichnungen aus dem Bereich des U-Bahnhofs als Beweismittel. Nachdem er einer Sicherheitsleistung in Höhe eines mittleren vierstelligen Betrags gezahlt hatte, durfte der Mann die Wache wieder verlassen.

30. September, 12 Uhr: Seniorin stirbt nach Unfall mit Pferd

Ein Unfall vor einer Woche auf der Oidn Wiesn beschäftigt die Polizei.

Eine Seniorin im Rollstuhl hatte am Mittwoch vor einer Woche ein Pferd gestreichelt und war gestürzt. Wenig später ging es ihr sehr schlecht, sodass sie schließlich ins Krankenhaus kam. Dort starb die 90-jährige Münchnerin am Dienstag.

Die Polizei hat ihre Ermittlungen zum Geschehen aufgenommen.

30. September, 7.07 Uhr: Wiesn-Bedienungen mahnen zu Toleranz

Die Wiesn-Wirte haben positiv auf die in den sozialen Medien angestoßene Initiative "Bedienungen gegen rechts" reagiert.

Die Vereinigung der Münchner Wiesn-Wirte befürwortet die Aktion der Bedienungen und lehnt jede Art von Rassismus und Sexismus in den Festzelten ab, wie die Wirtesprecher Peter Inselkammer und Christian Schottenhamel auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilten.

Darüber hinaus wolle sich die Vereinigung der Wiesn-Wirte allerdings nicht politisch äußern. "Schon die Betriebsvorschriften für das Oktoberfest weisen darauf hin, dass politische Veranstaltungen in den Festzelten nicht erlaubt sind", begründeten sie ihre Zurückhaltung. 

Zuvor hatten die "Bedienungen gegen rechts" in den sozialen Medien zum Start des Oktoberfests ein etwa vierminütiges Video veröffentlicht. In dem Clip kommen zahlreiche Wiesn-Bedienungen zu Wort, die für Vielfalt, Toleranz und Respekt auf dem größten Volksfest der Welt werben.

"Wir finden, die Wiesn ist politisch und es muss Haltung gezeigt werden", erklärten die "Bedienungen gegen rechts" im Gespräch mit der dpa. "Die Wiesn steht natürlich für Tradition, aber wir fordern, dass sie auch einfach für mehr Toleranz steht."

30. September, 6.10 Uhr: Jeder vierte Wiesnbesucher kommt mit dem Auto

Oktoberfest und Auto passen eigentlich nicht so gut zusammen. Trotzdem kommt mehr als jeder vierte Besucher mit diesem Verkehrsmittel zur Wiesn, wie eine Auswertung anonymisierter Handydaten durch Vodafone ergeben hat.

In der Zeit vom ersten bis zum zweiten Wiesn-Samstag kamen der Mobilitätsanalyse zufolge 59 Prozent der Gäste mit dem öffentlichen Personennahverkehr zum Oktoberfest. Das Auto folgt auf Platz zwei mit 28 Prozent, gefolgt vom Fernverkehr mit sieben Prozent und Fuß und Fahrrad mit fünf Prozent. 

Auch unter der Woche war das Oktoberfest oft gut gefüllt. Für den Freitag zählte die Analyse sogar rund 600.000 Besucher. "Auf der Wiesn wird immer öfter auch unter der Woche gefeiert", sagt Michael Reinartz, Innovationschef bei Vodafone. "Die Besucherzahlen waren unter der Woche fast gleich hoch wie am Wochenende." Vergangenes Jahr habe sich der Besucherzustrom noch deutlich stärker auf die Wochenenden konzentriert. 

Am vollsten war es unter der Woche in der Regel zwischen 16 und 17 Uhr. Ab 21Uhr wurde es leerer. Allerdings fahren viele Gäste nicht direkt nach Hause. Oft ging es nach dem Festbesuch noch in andere Stadtviertel. "Die Wiesn wirkt weit über die Theresienwiese hinaus und sorgt für zusätzliches Besucheraufkommen in zahlreichen Stadtteilen und im Münchner Umland", sagt Reinartz.

Die Sonne scheint über dem Eingang zum Oktoberfest. Viele reisen mit dem Auto an.
Die Sonne scheint über dem Eingang zum Oktoberfest. Viele reisen mit dem Auto an.  © Felix Hörhager/dpa

29. September, 17.31 Uhr: Schankkellner kündigen nach Streit mit dem Chef

Im Paulaner-Festzelt kam es am Montagabend offenbar zu einer Auseinandersetzung zwischen Festwirt Lorenz Stiftl und zwei Schankkellnern. Anschließend sollen sieben Mitarbeiter gekündigt haben.

Stiftl habe zwei seiner Angestellten offenbar beim Biertrinken erwischt und gekündigt. Aus Mitarbeiterkreisen wird der Vorfall dagegen als "heftige Auseinandersetzung" beschrieben. Daraufhin stellten sich weitere Schankkellner hinter ihre Kollegen.

Insgesamt sieben von ihnen legten die Arbeit nieder und schlossen die Zapfhähne. Das bestätigt auch die Sprecherin.

29. September, 15.26 Uhr: 52-Jähriger nach Streit nahe Oktoberfest im Koma

Nach einem Streit in der Nähe des Oktoberfests liegt ein 52-Jähriger aus dem Landkreis Freising im Koma. Nach Angaben der Polizei wurde der Mann von einem bislang unbekannten Täter mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Er stürzte und prallte mit dem Kopf ungebremst auf den Asphalt.

Der 52-Jährige war gemeinsam mit einer Gruppe auf dem Oktoberfest unterwegs. Außerhalb des Festgeländes kam es zu einem Streit mit mehreren Unbekannten. Einer der Männer schlug dem 52-Jährigen ins Gesicht. Ein 21-jähriger Begleiter, ebenfalls aus dem Landkreis Freising, wurde bei der Auseinandersetzung leicht verletzt. Die Unbekannten ergriffen anschließend die Flucht.

Der 52-jährige Mann erlitt schwere Kopfverletzungen und musste notoperiert werden. Nach Angaben der Polizei ist derzeit noch unklar, wie schwer seine Verletzungen tatsächlich sind.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben.

29. September, 14.43 Uhr: 100.000 Euro Beute – Polizei fasst Taschendieb-Bande

Ein gestohlenes Handy, eine Attrappe als Ersatz und mutmaßliches Diebesgut im Wert von rund 100.000 Euro: Nach schwerem Bandendiebstahl während des Oktoberfests hat die Münchner Polizei vier Tatverdächtige festgenommen. Die aus Frankreich stammenden Männer sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft, wie die Polizei mitteilte. 

Ihren Ausgang nahmen die Ermittlungen bei einem 36-jährigen Wiesngast aus den USA. Er war am Donnerstagabend auf dem Fest und wachte am nächsten Morgen ohne Erinnerung in seinem Hotel auf. Er stellte fest, dass sein Mobiltelefon gestohlen und durch eine Attrappe ersetzt worden war. Auch ein Armbandtracker fehlte. Über das gestohlene Handy waren zwischenzeitlich Einkäufe im Wert von mehreren tausend Euro getätigt worden.

Bei der Auswertung von Videoaufnahmen kamen die Ermittler einem der 29-jährigen Tatverdächtigen auf die Spur. Taschendiebfahnder aus Rumänien und Portugal erkannten den Mann noch am selben Abend auf dem Oktoberfest wieder. Er wurde zusammen mit einem 31-jährigen Landsmann festgenommen. Die weiteren Ermittlungen führten die Beamten zu einem Hotel in München. Dort nahmen sie zwei weitere Franzosen im Alter von 27 und 34 Jahren fest. In dem Zimmer fanden die Ermittler zahlreiche hochwertige Gegenstände und Kleidung sowie Mobiltelefone, mutmaßlich aus vorangegangenen Diebstählen. 

"Wir gehen davon aus, dass die Männer extra für das Münchner Oktoberfest hier angereist sind zur Begehung von Straftaten", sagte Polizeisprecher Christian Drexler.

Das Oktoberfest zieht nicht nur Besucher, sondern auch Diebe an.
Das Oktoberfest zieht nicht nur Besucher, sondern auch Diebe an.  © Felix Hörhager/dpa

29. September, 13.44 Uhr: Polizei ermittelt nach Vergewaltigung auf dem Oktoberfest

Die Polizei ermittelt nach einer Vergewaltigung auf Hügel an der Bavaria und hat einen italienischen Touristen festgenommen.

Der Mann verging sich am Sonntag gegen 22.30 Uhr an einer 31-Jährigen. Mitarbeiter des Sanitätsdiensts und eines Zelts schritten ein und hielten den Mann fest, bis die Polizei eintraf.

Inzwischen sitzt der 31-jährige Tourist in Untersuchungshaft.

29. September, 12.30 Uhr: Münchner kokst auf Wiesn-Klo und widersetzt sich Kontrolle

Ein Münchner wurde mit Kokain in einem Festzelt erwischt und festgenommen, als er erheblichen Widerstand gegen die Polizei leistete.

Die Beamten hatten am Montagabend gegen 22.30 Uhr den Verdacht, dass der 27-Jährige auf einer Toilette in einem Festzelt Drogen konsumierte. Als der Münchner daraufhin kontrolliert werden sollte, leistete er Widerstand und wollte fliehen. Dabei wurden drei Beamte leicht verletzt. Er wurde schließlich zu Boden gebracht, gefesselt und vorläufig festgenommen.

Bei seiner Durchsuchung fand die Polizei ein weißes Pulver, dass sich als Kokain herausstellte. Weil sich der 27-Jährige auf der Wache weiterhin aggressiv verhielt, wurde er in zunächst Sicherheitsgewahrsam genommen und dann am Dienstag gegen 0.15 Uhr wieder entlassen.

Gegen ihn wird wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt.

Polizisten stehen auf dem Gelände des Oktoberfest zusammen und haben die Menge im Blick.
Polizisten stehen auf dem Gelände des Oktoberfest zusammen und haben die Menge im Blick.  © Matthias Schrader/AP/dpa

28. September, 19.45 Uhr: Söder und Krause lösen Olympia-Wette in Wiesn-Achterbahn ein

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (36, Grüne) sind nach dem Sieg Münchens im nationalen Olympia-Auswahlverfahren gemeinsam in die Achterbahn gestiegen.

Die beiden Politiker lösten ihren Wetteinsatz im "Olympia Looping" am Montag ein. Am Samstag setzte sich die bayerische Landeshauptstadt im Duell mit Köln-Rhein-Ruhr durch. Nach der Fahrt machte Söder den Daumen nach oben und erhielt ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift "Pro-Olympia". "Kein Problem", sagte Ministerpräsident Söder. "Aber einmal reicht."

Ob die Achterbahnfahrt die Freundschaft zwischen dem CSU- und dem Grünen-Politiker gestärkt habe, wurden beide gefragt. "Sie hat sie zumindest nicht geschwächt", meinte Söder.

Oberbürgermeister Krause (36) entgegnete: "Wenn man gemeinsam was durchlebt, dann schweißt das zusammen. Und die Olympia-Bewerbung war das ja mal vor allem auch schon."

Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (36, Grüne) fuhren gemeinsam im "Olympia Looping".
Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU) und Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (36, Grüne) fuhren gemeinsam im "Olympia Looping".  © Sven Hoppe/dpa

28. September, 14.24 Uhr: Streit im Zelt eskaliert, Attacke mit Besteckmesser

Bei einem Streit in einem Zelt ist ein 32-jähriger britischer Wiesnbesucher mit einem Besteckmesser attackiert und verletzt worden. Zuvor hatte ein 24-jähriger Mann aus dem Saarland laut Polizei eine Frauengruppe belästigt und versucht, eine von ihnen zu schubsen. 

Als der Tourist dazwischenging, sei es zu einem Handgemenge gekommen. Der Tatverdächtige griff demnach zu einem sogenannten Hendlmesser und fügte dem 32-Jährigen eine Schnittwunde am Unterarm zu, die Sanitäter vor Ort nähen mussten. Polizisten nahmen den Mann am Sonntag vorläufig fest und ordneten eine Blutentnahme an.

Nach einem vorübergehenden Gewahrsam wurde er laut Polizeisprecher mittlerweile wieder entlassen. Die Münchner Kriminalpolizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Titelfoto: Felix Hörhager/dpa

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