Gericht verlangt Tempo 30 auf Mittlerem Ring, doch OB Reiter stellt sich quer

München - Die Stadt München muss nach einem Gerichtsbeschluss auf dem Mittleren Ring wieder Tempo 30 anordnen. Oberbürgermeister Dieter Reiter (67, SPD) will die Schilder trotzdem nicht austauschen.

Nach Tempo 30 durfte man zwischenzeitlich an der Landshuter Allee wieder schneller fahren. Das ist nun passé.
Nach Tempo 30 durfte man zwischenzeitlich an der Landshuter Allee wieder schneller fahren. Das ist nun passé.  © Peter Kneffel/dpa

Das Verwaltungsgericht München hat in einem Eilverfahren beschlossen, dass auf der Landshuter Allee wieder Tempo 30 gelten soll.

Münchens Oberbürgermeister Reiter hatte erst im Januar eine Rückkehr zu Tempo 50 veranlasst, weil die Luft an der Landshuter Allee spürbar sauberer geworden sei. Dagegen hatten zwei Anwohner mit einem Eilantrag geklagt. Die Politik tue zu wenig, um Menschen, die an der Straße wohnten, zu schützen, argumentierten sie.

Trotz der Entscheidung des Gerichts hält Reiter an den Schildern fest. "Ich persönlich halte es weder für sinnvoll noch für wirtschaftlich vertretbar, jetzt ad hoc durch den Austausch der Schilder etc. Kosten für den Steuerzahler zu verursachen, solange die Entscheidung noch nicht rechtskräftig ist", reagierte er am Montag.

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Der Streit um das Tempolimit an der Landshuter Allee soll nun möglichst schnell im Stadtrat behandelt werden.

Anwohner klagen gegen Erhöhung des Tempolimits an der Landshuter Allee

Solange die Entscheidung des Gerichts nicht rechtskräftig ist, will OB Dieter Reiter (67, SPD) am Tempo 50 festhalten.
Solange die Entscheidung des Gerichts nicht rechtskräftig ist, will OB Dieter Reiter (67, SPD) am Tempo 50 festhalten.  © Peter Kneffel/dpa

Das städtische Referat für Klima- und Umweltschutz sei beauftragt, eine Änderung des aktuellen Luftreinhalteplanes vorzulegen, so Reiter. Sollte der Stadtrat dann das Tempo 30 wider Erwarten bestätigen oder die Entscheidung des Verwaltungsgerichts in der nächsten Instanz Bestand haben, werde diese natürlich unverzüglich umgesetzt.

Seit Juni 2024 mussten Autofahrer auf einem rund 2,5 Kilometer langen Abschnitt des Mittleren Rings gedrosselt fahren, um die Belastung mit Schadstoffen zu minimieren. Als die Grenzwerte nicht mehr überschritten waren, ordnete Reiter eine Rückkehr zu Tempo 50 an.

Dagegen klagten die zwei Anwohner und auch die Deutschen Umwelthilfe (DUH). Das Verwaltungsgericht folgte ihrer Ansicht, nachdem die Aufhebung des Tempolimits keine verlässliche Grundlage hätte. Hinter der Erhöhung des Tempolimits wurde von der Umwelthilfe ein politisches Kalkül vermutet, da Reiter bei der anstehenden Kommunalwahl erneut als Oberbürgermeister kandidiert.

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Die Stadt kann nun innerhalb von zwei Wochen Beschwerde beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einlegen.

Erstmeldung 12.13 Uhr, zuletzt aktualisiert 15.12 Uhr

Titelfoto: Bildmontage: Peter Kneffel/dpa (2)

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