Darum wird jetzt massig Alkohol ins Weltall geschossen

St. Louis (USA) - In den vergangenen Jahren wurde immer öfter Alkohol ins All geschickt. Getrunken wurde es jedoch nicht...

Budweiser: das in Amerika beliebte Bier wurde ins All geschossen (Symbolbild).
Budweiser: das in Amerika beliebte Bier wurde ins All geschossen (Symbolbild).  © 123RF/??????? ???????

Kuriosum Alkohol: So viel wie darüber bekannt ist, ist auch gleichzeitig unbekannt. So weiß niemand, wie sich Gerstenkörner im All entwickelen oder Wein reift, wenn man es in den Orbit schießt.

Dies soll derzeit von verschiedenen Unternehmen erforscht werden. Immer wieder werden dafür Flaschen mit Bier, Wein oder hochprozentigen Spirituosen auf Raumstationen geschickt.

In den USA zeichnet sich das Brauereihaus Anheuser-Busch (unter anderem auch "Budweiser"-Eigentümer) für die Forschungen verantwortlich. Vor genau einem Jahr schickten die Braumeister mit der 16. ISS-Mission nämlich einige Gerstensamen ins All, teilte damals das ISS US National Labor mit.

Sobald die Gerste auf der Erde zurück ist, werden die Stämme der Gerstensamen analysiert: Fand etwa eine schnellere Hydration, Keimung oder Trocknung statt? Antworten auf diese und weitere Fragen liegen noch nicht vor. Der Prozess läuft noch und muss deshalb später ausgewertet werden.

"Die Ergebnisse dieser Forschung könnten dem Unternehmen helfen, neue Malzgerstensorten zu entwickeln, die gegenüber extremen Belastungen toleranter sind, und wertvolle Erkenntnisse für die allgemeine Landwirtschaft liefern", erklärte das amerikanische Raumfahrtlabor.

Nicht nur amerikanisches Bier wird untersucht

Eine Rakete startet. Ob auch sie Nutzlasten mit sich führt, ist jedoch unklar (Symbolbild).
Eine Rakete startet. Ob auch sie Nutzlasten mit sich führt, ist jedoch unklar (Symbolbild).  © dpa/Sun Gongming/Xinhua

Franzosen testen ebenfalls im Moment, wie sich Wein im All entwickelt, weiß Fox News.

Vor etwa einem Monat sollen Forscher aus unserem Nachbarland einige Flaschen in den Weltraum geschossen haben, um vor allem die Reifung der Flaschen zu untersuchen.

Dabei handelt es sich um zwölf Flaschen Bordeaux-Rotwein. Sie sollen aufzeigen, wie sich die Schwerelosigkeit auf den Reifungsprozess auswirkt. Das Ziel soll dabei sein, neue Aromen und Eigenschaften für die Lebensmittelindustrie zu entwickeln.

Und bereits im Jahr 2015 kündigte Suntory (vor allem bekannt für Suntory Whiskey, aber auch Roku Gin oder Brugal Rum) an, einige Fläschchen von verschiedenen alkoholischen Getränken auf eine Raumstation zu schicken. Dieselben Spirituosen sollten auch in Japan für dieselben Zeiträume (zwei Vergleiche: 13 Monate und mehr als zwei Jahre) gelagert und anschließend mit dem Weltall-Schnaps verglichen werden.

Doch das Unternehmen gab nie Updates zu diesem Vorhaben. Ob es wirklich durchgeführt wurde und welche Ergebnisse es brachte, ist deshalb völlig unklar.

Buch zu Alkohol im Weltraum

Chris Carberry schrieb das Buch "Alcohol in Space: Past, Present and Future" (deutsch: Alkohol im Weltraum: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) und erklärt gegenüber Fox News, dass die Menschheit noch einige Dinge angehen müsse, bevor man über eine Umsiedlung auf andere Planeten nachdenken könne. "Im Weltraum müssen wir schnell unser eigenes Essen kreieren", sagt er.

Doch er weiß auch, dass Astronauten keinen Alkohol konsumieren dürfen. Ob die andere Reifung von Wein oder Gerstensamen also einen Einfluss auf den Geschmack in der Schwerelosigkeit mit sich bringt, ist noch völlig unerforscht. Weiterhin ist deshalb unbekannt, wie sich ein Kater im All anfühlt.

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