"Tüte": Hier trauen sich auch Junkies nicht mehr hin

Bielefeld - Um den Trinkertreff an der "Tüte" am Bielefelder Hauptbahnhof in den Griff zu bekommen, sollten die sozialen Angebote rundherum ausgebaut werden (TAG24 berichtete). Das scheint zu funktionieren.

Die "Tüte" ist der Stadt schon lange ein Dorn im Auge.
Die "Tüte" ist der Stadt schon lange ein Dorn im Auge.

Am Drogenhilfezentrum (DHZ) an der Borsigstraße treffen sich täglich bis zu 200 Abhängige, die ihre Drogen dort kontrolliert und unter Aufsicht konsumieren können. Dazu gehört auch Andrea S., die den Absprung geschafft hat und der in den vergangenen Monaten 20 Leute gefolgt sind.

Der Neuen Westfälischen berichtete sie, dass sie sich auch tagsüber nicht mehr an die "Tüte" traue: "Ich habe wirklich Angst da oben. Die Leute sind aggressiv und tragen Waffen." Jetzt geht sie täglich ins DHZ, wo sie Essen bekomme und mit anderen reden könne. "Das Angebot spricht sich auf der Straße rum."

Die Vorteile liegen auf der Hand: Betroffene können ihre Drogen unter Aufsicht konsumieren. Sollte es etwa zu Krämpfen oder anderen gesundheitlichen Beschwerden kommen, sind Ärzte sofort da. Sicherheitspersonal sorgt dafür, dass es nicht zu Streitigkeiten kommt.

Wie berichtet, soll das DHZ auch seine Öffnungszeiten ausweiten: "Dann müssen die Leute abends nicht wieder zur 'Tüte' abwandern", sagt Andrea S. Und weiter: "Ich kann die Menschen an der 'Tüte' nicht verstehen, dass sie dieses Angebot nicht nutzen. Mir hat es sehr geholfen."


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