Grausamer Racheakt nach Trennung: Mann tötet Tochter seiner Ex-Freundin

Bonn – Nach langjähriger Beziehung macht eine Frau mit ihrem Lebensgefährten Schluss. Anschließend streiten die beiden um das gemeinsame Haus.

Der Angeklagte (66) wartet zusammen mit seinem Anwalt Martin Kretschmer in einem Saal des Landgerichts auf den Beginn seines Prozesses.
Der Angeklagte (66) wartet zusammen mit seinem Anwalt Martin Kretschmer in einem Saal des Landgerichts auf den Beginn seines Prozesses.  © Henning Kaiser/dpa

Um seine Ex-Lebensgefährtin zu bestrafen, soll ein Mann aus Troisdorf deren 43 Jahre alte Tochter erstochen haben.

Gegen den 66-Jährigen beginnt am Montag (9 Uhr) der Prozess wegen Mordes vor dem Bonner Landgericht.

Hintergrund des Verbrechens war laut Anklage ein Streit um 100.000 Euro, die der Mann von seiner 68 Jahre alten Ex-Freundin gefordert hatte, weil diese nach der Trennung das zuvor gemeinsam bewohnte Haus für sich alleine behalten wollte.

Da die Frau nicht auf seine Forderung einging, soll der Angeklagte deren Tochter im Garten des Hauses getötet haben. Zu der herbeieilenden Mutter, die die Tat mit ansehen musste, habe er gesagt: "Jetzt hast Du Dein Haus!"

Der 66-Jährige hatte sich nach der Tat vom 29. Juni bei der Polizei gestellt.

Update, 16.45 Uhr: Ex-Freundin schildert Tathergang

Die Tochter wurde vor den Augen der Mutter erstochen. (Symbolbild)
Die Tochter wurde vor den Augen der Mutter erstochen. (Symbolbild)

Am ersten Prozesstag am Montag gab der Angeklagte an, sich an die konkrete Tat nicht mehr erinnern zu können.

Die ehemalige Lebensgefährtin sagte aus, zur Mittagszeit des 29. Juni dieses Jahres habe der Angeklagte plötzlich im Gewächshaus hinter ihr gestanden, als sie gerade dabei gewesen sei, mit ihrer 43 Jahre alten Tochter Gurken zu wässern.

"Er hat kein Wort gesagt, hat einige Gurken genommen und ist ins Haus gegangen." In der Küche habe er sich wohl ein Messer genommen. Plötzlich, so die 68-Jährige, habe sie aus dem kleineren Gewächshaus, in dem sich ihre Tochter aufgehalten habe, einen furchtbaren Schrei gehört.

"Ich habe noch versucht, ihn von meiner Tochter, die schreiend auf dem Boden lag, wegzuziehen." Das sei ihr aber nicht gelungen. Er habe noch einmal zugestochen, bis sie still gewesen sei. Die 43-Jährige starb noch am Tatort.

Als Nebenkläger sitzen in dem Prozess nicht nur die Mutter, sondern auch der Ehemann und der Bruder der Getöteten.

Der Eingang des Bonner Landgerichtes.
Der Eingang des Bonner Landgerichtes.  © Daniel Naupold/dpa

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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