Coronavirus: Berater von Premierminister Johnson verstieß gegen Lockdown-Regeln

Deutschland - Mitte März wurden in Deutschland Ausgangsbeschränkungen verhängt. In anderen Ländern Europas und der Welt sogar Ausgangssperren und deutlich strengere Regelungen. Das Coronavirus griff um sich. Die Unterbrechung von Infektionsketten war oberstes Ziel. Auch wenn die Pandemie mittlerweile längst nicht gebannt ist, gibt es doch zahlreiche Lockerungen Dennoch gehören Maskenpflicht und Abstandsregeln sowie das Gebot des regelmäßigen Händewaschens mittlerweile zum Alltag. TAG24 berichtet im Liveticker über das aktuelle Geschehen. 

Update, 22. Mai, 23.07 Uhr: Corona in Türkei: Erstes landesweites Ausgehverbot über Bayram-Tage

In der Türkei hat wegen der Corona-Pandemie in der Nacht zum Samstag eine erste landesweite weitgehende Ausgangssperre begonnen. Sie trat um Mitternacht Ortszeit (23 Uhr deutscher Zeit) in Kraft und soll über die hohen Bayram-Feiertage noch bis Dienstagnacht gelten. Mit der Regelung möchte die Regierung unter anderem die zu Bayram üblichen Familienbesuche unterbinden und so eine weitere Verbreitung der Lungenkrankheit Covid-19 verhindern. 

Die Türkei meldet seit längerem sinkende Opferzahlen und hat begonnen, Beschränkungen zu lockern. Unter anderem durften in der vergangenen Woche Friseure und Einkaufszentren wieder öffnen.

Update, 22. Mai, 22.24 Uhr: Johnson-Berater Cummings verstieß gegen Lockdown-Regeln

Der wichtigste Berater des britischen Premierministers Boris Johnson (55), Dominic Cummings (48), soll Medienberichten zufolge gegen die Ausgangsbeschränkungen in dem Land verstoßen haben. Das berichteten der "Guardian" und der "Daily Mirror" am Freitagabend. 

Cummings soll demnach Ende März von London in die rund 430 Kilometer entfernte nordostenglische Grafschaft Durham zu seinen Eltern gefahren sein - zu einem Zeitpunkt, als er selbst Symptome von Covid-19 hatte.

Cummings wurde den Berichten zufolge in Durham von einem Anwohner gesehen und bei der Polizei angezeigt. Die Polizei bestätigte laut "Guardian", am 31. März eine entsprechende Anzeige erhalten zu haben, ohne jedoch einen Namen zu nennen. Die Besitzer der fraglichen Adresse seien von Beamten angesprochen und an die Ausgangsbeschränkungen und die Regeln zur Selbstisolation erinnert worden, hieß es. Wie die BBC-Reporterin Laura Kuenssberg aus dem Umfeld Cummings erfahren haben will, hatte sich der Regierungsberater mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn für die Selbstisolation in einem separaten Gebäude auf dem Hof seiner Eltern einquartiert.

Sollten sich die Berichte bestätigen, dürfte es Forderungen nach einem Rücktritt Cummings' geben. 

Dominic Cummings (48). (Archivbild)
Dominic Cummings (48). (Archivbild)  © dpa/PA Wire/Aaron Chown

Update, 22. Mai, 21.58 Uhr: Nach Restaurantbesuch offenbar Corona-Ausbruch in Niedersachsen

Bei einem Restaurantbesuch im Landkreis Leer in Niedersachsen haben sich offenbar sieben Menschen mit dem Coronavirus infiziert. "Die Infektionen stehen vermutlich in Zusammenhang mit einem Besuch in einem Lokal", teilte der Landkreis am Freitag mit. 

Diese neuen Fälle hätten dazu geführt, dass bereits für mindestens 50 Menschen "vorsorglich häusliche Quarantäne" angeordnet worden sei. Weitere Testergebnisse stünden noch aus. NDR 1 Niedersachsen hatte über die Fälle berichtet. Dem Sender zufolge wären dies die ersten bekannten Fälle dieser Art seit der Wiederöffnung der Gastronomie. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Gestapelte Stühle sind mit Absperrband im Bereich eines Restaurants abgesperrt.
Gestapelte Stühle sind mit Absperrband im Bereich eines Restaurants abgesperrt.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 22. Mai, 20.44 Uhr: Erneut Proteste gegen Corona-Maßnahmen in vielen Städten geplant

In zahlreichen deutschen Städten sind am Samstag wieder Demonstrationen gegen die staatlichen Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie geplant. Geplant sind Kundgebungen unter anderem in Stuttgart, Berlin, Köln, München, Frankfurt und Hannover.

In Stuttgart rechnet die Polizei mit kleineren Demonstrationen als am Wochenende zuvor. Am vergangenen Samstag waren in der Stadt rund 5000 Menschen gegen Beschränkungen in der Corona-Krise auf die Straße gegangen. In Köln wollen bis zu 500 Teilnehmer eine Menschenkette über die Deutzer Brücke bilden. Bei der größten Veranstaltung in München dürfen maximal 1000 Menschen teilnehmen. Insgesamt wurden in Bayern 60 Kundgebungen am Samstag angemeldet.

Bereits an den vergangenen Wochenenden hatten bundesweit Tausende Menschen gegen die Corona-Politik und Eingriffe in Grundrechte demonstriert. Es gab aber auch Gegenproteste, die sich gegen Verschwörungstheoretiker oder gegen "rechte Hetze" wandten. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden versuchen Rechtsextremisten vielerorts, die Proteste für sich zu nutzen.

Berlin, 9. Mai 2020: Mehrere Hundert Menschen haben sich am Alexanderplatz in Berlin zu einer nicht angemeldeten Zusammenkunft versammelt. Die Polizei war mit mehreren Einsatzkräften vor Ort.
Berlin, 9. Mai 2020: Mehrere Hundert Menschen haben sich am Alexanderplatz in Berlin zu einer nicht angemeldeten Zusammenkunft versammelt. Die Polizei war mit mehreren Einsatzkräften vor Ort.  © Christophe Gateau/dpa

Update, 22. Mai, 20.35 Uhr: Österreichs Kanzler Kurz: Corona-Soforthilfe Ja, Schulden-Union Nein

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz ist nach eigenen Worten für eine Corona-Soforthilfe für besonders vom Coronavirus betroffene Länder, lehnt eine "Schulden-Union" aber strikt ab.

Österreich wolle solidarisch sein, wolle - wie Deutschland - andere Länder unterstützen, die schwer von der Corona-Krise getroffen worden seien, sagte Kurz am Freitagabend, als er als Gast bei einem CSU-Internet-Parteitag zugeschaltet war. "Wir sagen klar Ja zu Corona-Soforthilfe, aber was wir ablehnen, ist eine Schulden-Union durch die Hintertür." Das würde Europa nicht guttun, argumentierte er. 

Deshalb könne jede Hilfe auf europäischer Ebene nur befristet stattfinden, mahnte Kurz. "Das ist ganz entscheidend: eine einmalige Soforthilfe und nicht ein Einführen einer Vergemeinschaftung von Schulden auf Dauer."

Sebastian Kurz, Bundeskanzler von Österreich, spricht hinter einer Plexiglasscheibe während einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt in Wien.
Sebastian Kurz, Bundeskanzler von Österreich, spricht hinter einer Plexiglasscheibe während einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt in Wien.  © Ronald Zak/AP/dpa

Update, 22. Mai, 20.30 Uhr: St.-Pauls-Kathedrale richtet virtuelles Denkmal für Corona-Opfer ein

Die St.-Pauls-Kathedrale in London hat ein virtuelles Denkmal in Form eines Erinnerungsbuchs für Opfer der Coronavirus-Pandemie eingerichtet. Auf der Webseite des Projekts "Remember me", die am Freitag freigeschaltet wurde, können Angehörige und Freunde von Menschen, die an Covid-19 gestorben sind, Fotos und kurze Texte hochladen. 

Das Projekt hat den Segen von Prinz Charles, der sich mit einem kurzen Video per Twitter zu Wort meldete. Das Angebot richte sich an Menschen jeglichen Glaubens und auch an Nicht-Gläubige, sagte Charles. Der 71 Jahre alte Thronfolger war selbst zeitweise an Covid-19 erkrankt, hatte aber nur milde Symptome. Er hatte sich deshalb im März eine Woche lang auf seinem Landsitz in Schottland in Selbstisolation begeben. Seine Frau Herzogin Camilla (72) wurde damals negativ getestet, musste aber ebenfalls sieben Tage in Isolation.

In keinem anderen Land in Europa wurden bisher so viele Todesfälle verzeichnet wie im Vereinigten Königreich.

Update, 22. Mai, 20.26 Uhr: Trump will Gottesdienste in Corona-Krise wieder ermöglichen

US-Präsident Donald Trump will Amerikanern den Besuch von Gottesdiensten in der Corona-Krise ermöglichen. Trump erklärte Kirchen und andere Gotteshäuser wie Synagogen und Moscheen am Freitag bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz im Weißen Haus zu "essenziellen Orten, die essenzielle Dienste anbieten". 

Essenzielle Einrichtungen wie etwa Supermärkte müssen nach den Coronavirus-Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC in der Pandemie nicht geschlossen werden.

Trump forderte die Gouverneure der US-Bundesstaaten dazu auf, Gotteshäuser schon an diesem Wochenende wieder zu öffnen. "Wenn sie das nicht tun, werde ich mich über die Gouverneure hinwegsetzen."

Trump: "Einige Gouverneure haben Alkoholläden und Abtreibungskliniken als essenziell erachtet, aber Kirchen und andere Gotteshäuser außen vor gelassen. Das ist nicht richtig. Ich korrigiere diese Ungerechtigkeit." Er fügte hinzu: "In Amerika brauchen wir mehr Gebete, nicht weniger." 

Update, 22. Mai, 20.20 Uhr: Schäuble: Corona-Krise gut gemeistert - Lob für Kretschmer

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sieht in der Corona-Pandemie eine "neue Erfahrung für die Menschheit". Seit dem Zweiten Weltkrieg habe man nichts Vergleichbares erlebt, sagte der CDU-Politiker am Freitagabend in einem ARD-"Extra". Aufgabe der Politik sei es am Anfang auch gewesen, Panik zu verhindern. "Das ist gut gelungen", sagte Schäuble. 

Inzwischen würden auch Beobachter im Ausland finden, "dass es in Deutschland gar nicht so schlecht gelaufen ist", Schäuble weiter. Der Föderalismus habe gut funktioniert, in der "unmittelbaren Notlage" hätten alle auf Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geschaut. Nun sei es gut, regional unterschiedliche Regelungen für Lockerungsmaßnahmen zu treffen.

Lobende Worte fand der Bundestagspräsident für den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU), der auf Demonstrationen gegen Corona-Auflagen mehrfach mit Menschen diskutiert hatte. Es gebe zwar Menschen, mit denen man nicht ernsthaft diskutieren könne. "Was Ministerpräsident Kretschmer gemacht hat, war natürlich trotzdem toll, denn viele bei diesen Demonstrationen sind ja nicht Verrückte, sondern sie sind vielleicht anfällig für Verschwörungstheoretiker oder irgendwelche Parolen", sagte Schäuble.

Wolfgang Schäuble (CDU), Bundestagspräsident.
Wolfgang Schäuble (CDU), Bundestagspräsident.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 22. Mai, 19 Uhr: Beschlossen: Großbritannien führt Quarantäne für Reisende aus dem Ausland ein

Die britische Regierung führt vom 8. Juni an eine zweiwöchige Quarantäne für alle Reisenden ein, die in das Land kommen. Das sagte Innenministerin Priti Patel am Freitag bei einer Pressekonferenz in London. Damit solle verhindert werden, dass Coronavirus-Infektionen von außen eingeschleppt würden und eine zweite Ausbruchswelle auslösten, so die konservative Politikerin.

Einreisende müssen künftig an der Grenze ihre Adress- und Kontaktdaten hinterlassen. Wer sich nicht an die 14-tägige Selbstisolation hält, muss mit einem Bußgeld von 1000 Pfund (rund 1117 Euro) rechnen, hieß es in einer Mitteilung der Regierung. Die Quarantäne soll für alle Einreisenden gelten, ungeachtet ihrer Staatsbürgerschaft. Ausgenommen sind nur wenige Berufsgruppen wie Lastwagenfahrer und Erntehelfer sowie Reisende aus Irland, der Isle of Man und den Kanalinseln.

Priti Patel, Innenministerin von Großbritannien.
Priti Patel, Innenministerin von Großbritannien.  © Pippa Fowles/10 Downing Street/dpa

Update, 22. Mai, 18.51 Uhr: Kussszene in Corona-Zeiten? Double bei "Tierärztin Dr. Mertens"

Wie dreht man eine Kussszene, ohne gegen Corona-Abstandsregeln zu verstoßen? Die Macher der Fernsehserie "Tierärztin Dr. Mertens" haben darauf eine Antwort gefunden. 

"Um auf Nähe beim Protagonistenpaar Susanne Mertens und Christoph Lenz nicht verzichten zu müssen, greifen wir für Kussszenen auf ein Double zurück", erklärte MDR-Fernsehfilmchefin Jana Brandt. "Dankenswerterweise hat sich dafür die einzig mögliche Person zur Verfügung gestellt, die Partnerin von Sven Martinek." Derzeit wird die siebte Staffel in Leipzig gedreht. Dr. Susanne Mertens (Elisabeth Lanz) und ihr ehemaliger Partner Christoph Lenz (Sven Martinek) schmieden darin wieder gemeinsame Zukunftspläne.

Plastikvisiere zum Schutz gegen das Coronavirus tragen die Schauspieler Sven Martinek (Rolle Dr. Christoph Lenz) und Elisabeth Lanz (Rolle Tierärztin Dr. Mertens) zum Drehstart von "Tierärztin Dr. Mertens". Seit dem 12.05.2020 laufen die Dreharbeiten zur 7. Staffel der ARD-Serie in Leipzig und Umgebung.
Plastikvisiere zum Schutz gegen das Coronavirus tragen die Schauspieler Sven Martinek (Rolle Dr. Christoph Lenz) und Elisabeth Lanz (Rolle Tierärztin Dr. Mertens) zum Drehstart von "Tierärztin Dr. Mertens". Seit dem 12.05.2020 laufen die Dreharbeiten zur 7. Staffel der ARD-Serie in Leipzig und Umgebung.  © Steffen Junghans/ARD/dpa

Update, 22. Mai, 18.48 Uhr: Söder: Wir haben das Schlimmste vorerst überstanden

CSU-Chef Markus Söder sieht wichtige Erfolge im Kampf gegen das Coronavirus, warnt aber vor Sorglosigkeit. Man habe das Schlimmste vorerst überstanden, sagte Söder am Freitagabend in seiner Rede auf dem ersten Internet-Parteitag der CSU-Geschichte. "Wir sind ganz gut durchgekommen." 

Die vergangenen Wochen seien eine unglaubliche Bewährungsprobe für das Gesundheitssystem, für die Politik und die Bevölkerung gewesen. "Corona stresst. Die einen, weil sie sehr besorgt sind, die anderen, weil sie sehr genervt sind", räumte der bayerische Ministerpräsident ein. Corona bleibe aber eine existenzielle Herausforderung. "Wir bleiben dabei: Umsicht und Vorsicht und Besonnenheit ist unser entscheidender Ratgeber."

Titelfoto: dpa/PA Wire/Aaron Chown


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