Darum fackelte Hausmeister den Lebenstraum seiner Ex-Freunde ab

Vor dem Amtsgericht Pirna gestand der frühere Stasi-Mann Peter K. (68) alle Details seiner Tat und entschuldigte sich bei den Vermietern der Jagdvilla.
Vor dem Amtsgericht Pirna gestand der frühere Stasi-Mann Peter K. (68) alle Details seiner Tat und entschuldigte sich bei den Vermietern der Jagdvilla.  © Thomas Türpe

Oelsen - Diese Freundschaft ging in Flammen auf. Dreieinhalb Jahre kümmerte sich Peter K. (68) für Katrin (54) und Silvio D. (58) als Hausmeister um deren alte Jagdvilla auf dem Gut Bienhof bei Oelsen. Letzten Juli fackelte er das Gebäude ab (TAG24 berichtete). Dafür stand er am Mittwoch vor Gericht in Pirna.

1999 hatten Schmelzer Silvio D. und seine Frau aus Chemnitz die alte Villa gekauft. Sie wollten das Anwesen ausbauen, als Pension betreiben - ihr Lebenstraum! 2013 zog der mit ihnen befreundete Peter K. als Hausmeister ein. Gelernter Elektromonteur, einst auch Stasi-Mitarbeiter, wie am Mittwoch vor Gericht herauskam.

Doch die Freundschaft zerbrach. Angeblich fühlte sich K. von den Hauswirten "belogen und betrogen", vorwiegend wegen Kleinigkeiten. Schließlich kündigte er. Dann eskalierte die Situation: Als Silvio D. seine selbstgebaute Kommode mit dem Bohrer beschädigte, "brannten bei mir die Sicherungen durch", so der Angeklagte. Er vergoss Spiritus, legte Feuer und floh aus dem brennenden Haus. "Ich wollte nicht, dass die meine Möbel nutzen können."

Der Lebenstraum seiner Ex-Freunde brannte bis auf Grundmauern nieder. Opfer Silvio D.: "Ich war deswegen vier Wochen lang krank geschrieben, gehe bis heute in psychiatrische Behandlung.

Peter K.: "Es tut mir sehr leid. Heute würde ich es anders machen." Für Richter Andreas Beeskow zu wenig Reue. K. suche die Schuld bei anderen, rechtfertige seine Tat. "Jedes Kind weiß, dass man nichts anzünden darf!" Das Urteil: drei Jahre Gefängnis - ohne Bewährung.

Als die Feuerwehrmänner am 20. Juli 2017 zum Bienhof kamen, konnten sie nicht mehr viel retten. Etwa zweieinhalb Stunden vorher hatte Peter K. in seiner Hausmeisterwohnung Spiritus entzündet.
Als die Feuerwehrmänner am 20. Juli 2017 zum Bienhof kamen, konnten sie nicht mehr viel retten. Etwa zweieinhalb Stunden vorher hatte Peter K. in seiner Hausmeisterwohnung Spiritus entzündet.  © Marko Förster

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