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Sachsens größtes Chemiewerk "Dow" steht still

Böhlen bei Leipzig: XXL-Fabrik muss sich zwei Monate lang technischen Überprüfungen unterziehen

Im Dow-Chemiewerk im sächsischen Böhlen bei Leipzig stehen derzeit notwendige technische Überprüfungen an. Zwei Monate lang wird rund um die Uhr gearbeitet.

Von Pia Lucchesi

Böhlen - Das eigene Auto durch den TÜV bringen? Geht fix, wenn es gut läuft. Eine ganz andere Nummer ist es, wenn eine Chemiefabrik ihre Anlagen technischen Überprüfungen unterziehen muss. Dow hat dafür gut zwei Monate in seinem Werk in Böhlen veranschlagt und drückt auf die Tube. Es wird in Schichten rund um die Uhr gearbeitet. Zeit ist Geld: Jeder Tag Stillstand im Werk bedeutet rund eine Million Euro Umsatzausfall.

Beim Turnaround 2019 im Werk Böhlen werden vom TÜV auch Tanklager, Behälter und Wärmetauscher inspiziert.
Beim Turnaround 2019 im Werk Böhlen werden vom TÜV auch Tanklager, Behälter und Wärmetauscher inspiziert.

Bereits Mitte Mai wurde der Cracker - das Herzstück der Produktion - in Tiefschlaf versetzt. Turnaround-Manager Reiko Hass (55) hat geplant, während der Großabstellung insgesamt 45 Projekte umzusetzen. So sollen im Rahmen von Instandhaltungen 130 Rohrleitungen, 14 Behälter und diverse Wärmetauscher neue Kälteisolierungen bekommen.

Allein am Cracker müssen 300 Festigkeits- inklusive 37 Gasdruckprüfungen durchgeführt werden. "Insgesamt fast 100 Millionen Euro geben wir für die Instandhaltungsmaßnahmen und kleinere Investitionsprojekte am Standort aus", so Hass.

Bei so einem planmäßigen Shutdown wird nichts dem Zufall überlassen. Im Durchschnitt werden täglich bis zu 2 800 Personen am Standort tätig sein. Allein 2 000 davon arbeiten am und im Cracker.

In Spitzenzeiten steigt die Zahl der Arbeiter sogar auf bis zu 3 200 Ingenieure, Prüfer, Schlosser, Schweißer, Isolierer, Gerüstbauer, Reiniger, Elektriker und Industriekletterer an. "Das setzt ein umfangreiches und komplexes Sicherheits- und Logistikmanagement voraus", erklärt Hass.

Kurios: Buslinie mit fünf Haltestellen im Betrieb

Im Werk sind in Spitzenzeiten über 3000 Arbeiter unterwegs. Die Abschaltung nutzt das Werk, um nötige Reparaturen und Reinigungen durchzuführen.
Im Werk sind in Spitzenzeiten über 3000 Arbeiter unterwegs. Die Abschaltung nutzt das Werk, um nötige Reparaturen und Reinigungen durchzuführen.

Dow hat extra für den Turnaround und seine "Gast-Arbeiter" am Rande des Werkes einen provisorischen Parkplatz mit einer Stellfläche für rund 1000 Fahrzeuge errichten lassen.

Eine zusätzliche Ampel regelt den Verkehr am Werk. Auf dem 320 Hektar großen Werksgelände verkehrt eine Buslinie. Fünf Haltestellen hat die zu bedienen.

Sage und schreibe 675 Container ließ man aufbauen, um ausreichend Kapazitäten für Büro- und Beratungsräume, sanitäre Anlagen (Toiletten und Duschen) und Umkleideräume bereithalten zu können. Zwei Zelte mit insgesamt 1 570 Quadratmeter Grundfläche beherbergen Kantinen für die Verpflegung rund um die Uhr.

Mehr als 200 Personen unter Leitung von Dow sorgen dafür, dass die strengen Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutzrichtlinien eingehalten werden. Jenseits der Normen, Prüfungen und Technik gibt es für sie aber noch ein ganz anderes Bewährungsfeld.

Reiko Hass: "Unsere größte Herausforderung ist der Generationswechsel, sowohl bei Dow als auch bei den Kontraktoren. Die ältere Generation geht sukzessive in den Ruhestand, wenige junge Fachkräfte rücken nach, was die Partnerfirmen zum Teil durch Arbeiter aus dem Ausland ausgleichen können. Das erschwert den Wissenstransfer. Aus diesem Grund liegt unser Augenmerk einmal mehr besonders darauf, dass alle Beteiligten die Arbeiten qualitäts- und sachgerecht ausführen."

Reiko Hass (r.) managt den planmäßigen "Wahnsinn". Bis jetzt läuft alles rund. Hass: "Ich weiß aber aus Erfahrung: Das Bein wird erst am Ende dick."
Reiko Hass (r.) managt den planmäßigen "Wahnsinn". Bis jetzt läuft alles rund. Hass: "Ich weiß aber aus Erfahrung: Das Bein wird erst am Ende dick."

"Fackel" bekommt einen neuen Kopf

Die 146 Meter hohe Hochfackel ist nicht nur das "Wahrzeichen", sondern auch ein "Not-Ventil" des Böhlener Chemie-Werkes.

"In den Tagen des An- und Abfahrens brennt die Hochfackel vermehrt", erklärt Reiko Hass. Der Turnaround-Manager weiter: "Das ist völlig normal, denn als Sicherheitseinrichtung sorgt sie dafür, dass große Gasmengen kontrolliert und gefahrlos verbrennen."

Beim planmäßigen Shutdown 2019 steht eine Begutachtung des Schornsteins und ein Wechsel des Fackelkopfes an. Hass: "Wir wechseln den knapp zehn Tonnen schweren Kopf. Dabei hilft uns ein 1 200-Tonnen-Kran mit dem höchsten Hub von 155 Metern."

Pipeline-Netz verbindet die Standorte des Giganten

Der internationale Dow-Konzern kaufte sich 1995 ins mitteldeutsche Chemiedreieck ein. Damals übernahm der Chemie-Gigant die Standorte Schkopau, Böhlen, Teutschenthal sowie Anlagen in Leuna.

Diese Werke sind heute für den Austausch von chemischen Grundstoffen durch ein Pipelinenetz miteinander verbunden. Dow betreibt insgesamt Pipelines auf einer Gesamtlänge von 1 300 Kilometer, die zudem den mitteldeutschen Raum mit dem Dow Werk Stade und dem Dow Terminal im Seehafen Rostock anbinden. Im Werk Böhlen befindet sich das "Herzstück" des Olefinverbundes – der Cracker.

Auf Basis von Rohbenzin werden dort chemische Grundstoffe wie Ethylen und Propylen hergestellt, die in Böhlen zum Beispiel zu Ausgangsstoffen für Hygieneartikel (Wegwerfwindeln) oder Produkten fürs Bauwesen (Bauschaum, Kleber) sowie an den Standorten Schkopau und Leuna zu hochwertigen Kunststoffen (Rohre, Verpackungen, Textilien) weiterverarbeitet werden.

Rund 250 komplexe technische Systeme bilden zusammen das Chemiewerk. 73 davon entfallen allein auf den Cracker.
Rund 250 komplexe technische Systeme bilden zusammen das Chemiewerk. 73 davon entfallen allein auf den Cracker.
Das Dow-Chemiewerk in Böhlen ist ein "schlafender Riese". Die über 140 Meter hohe Fackel ist das Wahrzeichen des Werkes.
Das Dow-Chemiewerk in Böhlen ist ein "schlafender Riese". Die über 140 Meter hohe Fackel ist das Wahrzeichen des Werkes.
Ein Kran, der einen Hub von bis zu 160 Metern besitzt, unterstützt die Arbeiten am Fackelkopf. Hier bringt er Schlosser mit einer Gondel zu ihrem Job in gut 140 Meter Höhe.
Ein Kran, der einen Hub von bis zu 160 Metern besitzt, unterstützt die Arbeiten am Fackelkopf. Hier bringt er Schlosser mit einer Gondel zu ihrem Job in gut 140 Meter Höhe.

Fotos: Ralf Seegers

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