Immer mehr Bedrohungen: Ordnungsamt rüstet sich gegen Pöbel-Mob

Dresden - Die städtischen Bediensteten in Dresden spüren eine Verrohnung der Sitten in ihrem Arbeitsalltag. Das Rathaus reagiert und investiert weiter in den Schutz seiner Angestellten.

Zum Job einer Politesse gehört es nun mal, auch kleine "Aufmerksamkeiten" zu verteilen. Das passt nicht jedem.
Zum Job einer Politesse gehört es nun mal, auch kleine "Aufmerksamkeiten" zu verteilen. Das passt nicht jedem.  © Steffen Füssel

Der Gemeindliche Vollzugsdienst besteht derzeit aus 142 Mitarbeitern. Verbale Attacken, Beleidigungen - die Mitarbeiter des Stadtordnungsdienstes müssen viel ertragen, wenn sie im Stadtgebiet Falschparker stellen und abstrafen.

"Das Aggressionspotenzial hat in den vergangenen Jahren zugenommen und die Hemmschwelle, gegenüber Bediensteten beleidigend oder aggressiv zu werden, ist gesunken", berichtet eine Stadtsprecherin.

Seit 2000 besitzt Dresden eine "Besondere Einsatzgruppe". Im Unterschied zu den Kollegen in den anderen Bereichen sind diese 33 Männer und Frauen speziell ausgebildet und -gerüstet.

Sie besuchen regelmäßig Strategie- und Taktiktraining bei der Polizei, werden am sogenannten Mehrzweckeinsatzstock aus- und fortgebildet und haben eine Schießausbildung. Im Ernstfall können sie Schreckschuss- bzw. Pepperballwaffen einsetzen, die sie bei sich führen.

Die Taskforce kommt an Brennpunkten zum Einsatz. "Gefährliche Situationen treten für die Bediensteten insbesondere dann ein, wenn sich größere Gruppen zusammenschließen und diese sich gegen die Uniformierten solidarisieren", erklärt die Sprecherin. Sprich: wenn sich ein Mob bildet.

"Dabei wurden Mitarbeiter schon körperlich bedrängt, beleidigt, bespuckt, beworfen oder beispielsweise auch mit einem angebrochenen Flaschenhals bedroht." Noch wichtiger als Waffen sind in diesen brenzligen Momenten die Diensthunde und ihre Führer im Team. Sie flößen den Angreifern Respekt ein, wirken deeskalierend oder präventiv. Allein durch ihre Anwesenheit bei Streifen in Fußgängerzonen und Parks fühlen sich viele Leute sicherer.

Derzeit ist nur ein Diensthund in Dresden im Einsatz. "Eine weitere Diensthundeführerin und ihr Diensthund Buddy werden gerade ausgebildet", informiert das Ordnungsamt. Zudem sieht der Doppelhaushalt 2019/2020 vor, dass weitere Stellen in diesem Bereich geschaffen werden.

Es scheint, als würde die Aggression bei manchen Zeitgenossen ständig zunehmen. Keine guten Aussichten...
Es scheint, als würde die Aggression bei manchen Zeitgenossen ständig zunehmen. Keine guten Aussichten...  © 123RF/Igor Stevanovic

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