Zoff um Blobelhaus am Neumarkt: Architekt stinksauer!

Dresden - Architekt Michael Kaiser ist sauer. So sauer, wie es ein kultivierter Mensch nur sein kann: Denn Kaiser darf sein Blobel-Haus am Neumarkt nicht vollenden. "Stellen Sie sich vor, man malt ein Bild und kann es nicht fertig malen. Das ist nicht anständig."

Das Blobel-Haus am Dresdner Neumarkt wurde verkauft.
Das Blobel-Haus am Dresdner Neumarkt wurde verkauft.  © Holm Helis

Hintergrund ist der Eigentümerwechsel. Nach dem Tod von Namensgeber und Bauherr Günter Blobel (1936-2018) ging das Haus an seine Witwe, die alle Rechte an eine Hamburger Anwaltskanzlei gab, die es nun verkaufte.

Neuer Eigentümer ist eine bekannte Berliner Familie. Der auch in Dresden aktive Michael Kimmerle kam "nicht zum Zug", wie er einräumt. Die Berliner haben den Bauherrenwechsel inzwischen bei der Stadt angezeigt, so eine Rathaussprecherin.

Kaiser aber wollen sie nicht (mehr). Bereits nach dem Tod Blobels musste der Architekt alle Unterlagen abgeben. Das kratzt an seiner Ehre.

Kaiser ist der Sohn eines Architekturstars: Sein Vater Josef Kaiser (1910-1991) baute in den 1960ern in Ost-Berlin Ikonen wie das "Kino International", das zum Premierenkino der DDR wurde. Das "Café Moskau" und das "Kino Cosmos" stammen ebenfalls von ihm (alle an der Karl-Marx-Allee).

Bekannt sind auch sein Außenministerium der DDR und des "Centrum Warenhaus" am Alexanderplatz.

Bauherr Günter Blobel (†81)
Bauherr Günter Blobel (†81)  © Imago

Titelfoto: Holm Helis

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