Die Polizei warnt eindringlich: Softair-Waffen sind gefährlich!

Dresden - Softairwaffen liegen zwar voll im Trend, aber ungefährlich sind sie nicht! Zum einen kann man - je nach Stärke der "Waffe" - jemandem Verletzungen zufügen, zum anderen sind sie aufgrund des "Echtaussehens" zum Beispiel für Polizisten nicht von echten Waffen zu unterscheiden - das kann im Extremfall tragisch enden, wie die Polizei warnt.

Auf Facebook warnt die Polizei vor dem "unsachgemäßen" Gebrauch der Softair-Waffen.
Auf Facebook warnt die Polizei vor dem "unsachgemäßen" Gebrauch der Softair-Waffen.  © Facebook/Sächsische Polizei

"Immer wieder werden unsere Kollegen mit täuschend echt aussehenden Softair-Waffen konfrontiert. Die betroffenen Personen sind sich dabei der Wirkung auf andere Personen, aber auch der strafrechtlichen Folgen in keinster Weise bewusst", schreibt die >> Sächsische Polizei auf Facebook.

Die Polizisten schildern einen Fall aus Reinsdorf. Dort hantierten ein 18- und ein 41-Jähriger mit Waffen herum. Zeugen informierten die Beamten, "welche die täuschend echt aussehenden Langwaffen sicherstellten und Anzeigen wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz fertigten".

Ähnlich erging es einem 32-Jährigen in Leipzig. Mehrere Hinweisgeber wählten den Notruf und informierten über einen Mann, der mit einem Gewehr herumläuft... Mehrere Streifenwagen und der Einsatzzug wurden alarmiert. Auch dieser Mann hatte eine Softair-Waffe bei sich, "welche täuschend echt aussah". Diese wurde sichergestellt und den Besitzer erwartete ebenfalls eine Anzeige.

Folgende eindringliche Warnung spricht die Polizei an Euch alle aus: "Wir möchten deshalb nochmals ausdrücklich darauf hinweisen, dass sich jeder Besitzer einer solchen Waffe darüber bewusst wird, was er damit auslöst. Wir gehen grundsätzlich von einer scharfen Schusswaffe aus und richten unsere Maßnahmen dementsprechend danach aus."

Vermehrt Fälle mit Softair-Waffen

Softair-Waffen ähneln echten Waffen.
Softair-Waffen ähneln echten Waffen.  © DPA

Nicht nur die von den Beamten der Sächsischen Polizei geschilderten Fälle mit Softair-Waffen hatten es in sich:

So hätte beispielsweise auch Ende April 2019 ein "Streich" eines 14-Jährigen richtig böse enden können: Der Jugendliche hatte mit einer Softair-Waffe in Plauen auf vorbeifahrende Autos geschossen. Der 14-Jährige ballerte auf die Autos, traf auch einen 53-jährigen Fahrer, welcher dadurch leicht verletzt wurde. Die Polizei hat gegen den Jugendlichen ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und gefährlicher Körperverletzung eingeleitet (TAG24 berichtete).

Auch ein Film-Dreh brachte einem YouTuber einer Anzeige ein: Für den Dreh des Videos Mitte April hatten zwei Jugendliche in einem Essener Kiosk einen Überfall nachgestellt und so einen Polizeieinsatz ausgelöst. Mit vorgehaltener Waffe sicherten die Beamten den Kiosk und stellten die vermeintlichen Räuber, die eine Softair-Waffe dabei hatten... Die Waffe, die Maskierungen und die Kamera wurden sichergestellt. Gegen alle "Jungfilmer" wurden Anzeigen gestellt (TAG24 berichtete).

Wie gefährlich Softair-Waffen tatsächlich sein können, veranschaulichte die Polizei Viersen mit einem Einsatz im März. Hier hatte ein Jugendlicher mit einem Softair-Gewehr auf eine Mutter (37) und ihr Kind (2) geschossen. Die Beamten rückten zum Einsatz aus, weil die Frau am Handgelenk schmerzhaft von einer Plastikkugel getroffen wurde. Schütze war ein 19-Jähriger aus Viersen, der bereits wegen Körperverletzung polizeibekannt war. Er hatte laut Polizei aus einem Dachgeschoss-Fenster auf Passanten geschossen.

Allein das war unentschuldbar und gefährlich sowie eine Straftat! Doch der junge Mann hatte sich selbst auch in Gefahr gebracht, wie die Polizei mitteilte. Denn die Polizisten wussten zu diesem Zeitpunkt nicht, um was für eine Waffe es sich handelte... (TAG24 berichtete)

Titelfoto: Facebook/Sächsische Polizei

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