Ermittlungen gegen Party-König von Canal: Jetzt werden Mitarbeiter befragt

Dresden - Im Juli marschierten plötzlich 50 Beamte in die Büros von Dresdens Partykönig Christian von Canal (51) zu einer Razzia ein. Vorwurf: Veruntreuung und Vorenthaltung von Sozialversicherungsbeiträgen. Wie steht es um die Ermittlungen?

Christian von Canal (51) am ehemaligen Purobeach.
Christian von Canal (51) am ehemaligen Purobeach.  © Foto - Thomas Türpe

Es war eine böse Überraschung für Christian von Canal (51), der seit vielen Jahren als Dresdner Partykönig gilt. Schließlich betreibt und betrieb er zahlreiche Discotheken, Clubs und Restaurants.

Zum Zeitpunkt der Razzia (9. Juli 2019) war Canal Geschäftsmann von acht Unternehmen im gastronomischen Bereich. Alle Räume dieser Unternehmen wurden von Beamten durchsucht, Unterlagen und Computer beschlagnahmt.

"Die Ermittlungen richten sich gegen einen Dresdner Geschäftsmann, der in Dresden acht Unternehmen im Bereich der Gastronomie- und Veranstaltungsbranche betreibt. Ihm wird Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt in einer Vielzahl von Fällen vorgeworfen. Die Ermittlungsbehörden gehen derzeit von einem Gesamtschaden von mindestens 470.000,00 EUR aus", teilte die Behörde mit.

Die Razzia am 9. Juli in Büroräumen von Christian von Canal.
Die Razzia am 9. Juli in Büroräumen von Christian von Canal.  © Tino Plunert

Wie weit sind die Ermittlungen? Jürgen Schmidt, Sprecher der Staatsanwaltschaft, sagte der Sächsischen Zeitung, der Vorwurf habe sich bisher weder bestätigt noch konnte er widerlegt werden. Aufgrund der Fülle an Dokumenten könnte es Monate, vielleicht sogar Jahre dauern, bis Ergebnisse vorliegen.

Jetzt werden frühere Mitarbeiter befragt und in die Ermittlungen aufgenommen. Dies könne dauern. Schließlich sei der Vorwurf, Sozialabgaben für mehr als 50 Mitarbeiter nicht gezahlt zu haben.

Der Vorgang selbst überraschte von Canal nicht, schließlich waren die offenen Sozialabgaben in Höhe von 470.000 Euro Ergebnis einer Prüfung seiner Unternehmen. Da er die Gelder nicht zahlen konnte, meldete er im April 2019 Insolvenz an.

Die Ermittlungen sollen nun aber überprüfen, ob wegen der Einbehaltung der Sozialabgaben strafrechtlich gegen von Canal vorgegangen werden muss.

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