Studie sorgt für Aufsehen: Ist es wirklich gesund, an Fürzen zu riechen?

Sind Blähungen bald nicht mehr peinlich, sondern ein Wundermittel gegen Krankheiten?
Sind Blähungen bald nicht mehr peinlich, sondern ein Wundermittel gegen Krankheiten?  © 123RF

Exeter - Mal ist es ganz aushaltbar, mal stinken sie so widerlich, dass man die Luft anhalten muss: Furzen ist jetzt nicht gerade sonderlich gesellschaftstauglich, zumindest in unseren Breitengraden. Doch könnte sich das bald ändern? Eine Studie sorgt derzeit für Aufsehen.

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Fürze stinken so, weil sie Schwefelwasserstoff enthalten (mal mehr, mal weniger, TAG24 berichtete). Und genau dieser Stoff soll es laut den Wissenschaftlern der Universität von Exeter im Südwesten Großbritanniens sein, der den Menschen vor tödlichen Krankheiten schützt.

"Wenn Zellen durch Krankheit gestresst werden, nehmen sie Enzyme auf, um winzige Mengen von Schwefelwasserstoff zu produzieren", erklärt der Studienleiter, Professor Matt Whiteman.

Die Mikromengen an Gas wirken wie ein Turbogang auf das Kraftwerk der Zelle, das Mitochondrium. Ist die Zelle mit Schwefelwasserstoff versorgt, kann sie sich leichter teilen und bleibt so "unsterblich".

Ist die Versorgung unterbrochen, "sterben Zellen und die Fähigkeit der Mitochondrien, das Überleben der Zelle zu gewährleisten".

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Der enthaltene Schwefelwasserstoff hilft bei der Zellteilung.
Der enthaltene Schwefelwasserstoff hilft bei der Zellteilung.  © 123RF

Die Forscher entwickelten eine chemische Verbindung (AP39), die diesen Prozess künstlich anregen kann.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich gestresste Zellen, die mit AP39 behandelt wurden, wieder regenerierten und der Grund liegt im Schwefelwasserstoff", meint der Professor stolz.

Und wie soll da jetzt ein Furz helfen?

"Obwohl Schwefelwasserstoff bekanntlich als stechendes, übelriechendes Gas in faulen Eiern und Blähungen bekannt ist, wird es natürlich im Körper produziert und könnte in Zukunft für die Behandlung von zahlreichen Krankheiten von Bedeutung sein", so Biologe Dr. Mark Wood, der auch zum Forschungsteam gehört.

Viele britische Medien verbreiteten nach der Veröffentlichung der Studie die Nachricht, Fürze würden jetzt Krankheiten heilen, "An den Fürzen Eures Partners zu riechen, hat gesundheitliche Vorteile", heißt ein tausendfach geteiltes Facebook-Video.

Wissenschaftlich bewiesen ist das natürlich nicht! Belegt ist nur, dass die Gase, die auch in Fürzen enthalten sind, die Zellteilung vorrantreiben, was Krankheiten vorbeugt, wenn sie in der Zelle produziert werden.

Ob es hilft, an seinen eigenen Hosenlüften zu riechen, bleibt äußerst fraglich.


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