Familie vom Mission Lifeline-Chef fühlt sich bedroht

Der Mit-Initiator von„Mission Lifeline“: Axel Steier (41) aus Dresden.
Der Mit-Initiator von„Mission Lifeline“: Axel Steier (41) aus Dresden.  © Norbert Neumann

Dresden - Es sollte ein entspannter Einkaufsbummel werden, aber plötzlich fühlten sie sich verfolgt. Ein Sicherheitsmann soll der Frau von Axel Steier (41), Chef des Dresdner Flüchtlingshilfe-Vereins „Mission Lifeline“, durch verschiedene Geschäfte der „Alten Mälzerei“ in Pieschen gefolgt sein.

Dass man sich nicht mag, liegt auf der Hand. Erst kürzlich begegneten sich die „Kontrahenten“ vor dem Landgericht beim Beleidigungs-Prozess gegen Lutz Bachmann. Jens K. spielte dabei allerdings nur eine Nebenrolle, trat nämlich als Wachschutz von PEGIDA-Chef Lutz Bachmann auf.

Bachmann verlor den Prozess, er darf von dem Flüchtlings-Helfer nicht mehr behaupten, er wäre ein Schlepper oder ein Gesetzesbrecher. Damit erledigt? Offenbar nicht.

Denn nun traf Axel Steier mit seiner Frau erneut auf Bachmanns „Wachschutz“, der auch wöchentlich bei den PEGIDA-Demos als Ordner arbeitet.

„Wir waren zum Einkaufen in der Mälzerei, als wir ihn plötzlich sahen. Er war dort für eine Drogeriekette als Sicherheitsmann im Einsatz. Er erkannte uns auch und folgte uns von da an auf Schritt und Tritt durch das Center.“

Im Landgericht Dresden: Der 
Verein klagte auf Unterlassung (links RA Lichdi, rechts Axel 
Steier (41) vom klagenden Verein)
Im Landgericht Dresden: Der Verein klagte auf Unterlassung (links RA Lichdi, rechts Axel Steier (41) vom klagenden Verein)  © Thomas Türpe

Als Jens K. sie zu filmen versuchte, stellte ihn Steier zur Rede.

„Er zeigte einen Ausweis, der ihn als Mitarbeiter einer Securityfirma auswies. Allerdings mit einem falschen Namen darauf, wie sich später rausstellte.“ Frau Steier wandte sich an die Drogerie-Mitarbeiter, was die Situation erst einmal entschärfte.

Beim Verlassen des Centers dann der nächste Schreck. Vor dem Geschäft warteten zwei Autos mit laufendem Motor. „Die Insassen waren eindeutig dem rechten Spektrum zuzuordnen. Wir fühlten uns bedroht“, sagte Steier. „Als ich sie angesprochen habe, sind sie zum Glück weggefahren.“

Auf TAG24-Nachfrage teilt Jens K. mit, dass diese Vorwürfe nicht stimmen würden – erwägt eine Verleumdungsklage.

Dennoch stellte sein Arbeitgeber, eine Freitaler Sicherheitsfirma, den Mitarbeiter vorübergehend vom Dienst frei: „Bis die Vorwürfe geklärt sind! Bei der Drogerie werden wir ihn jedoch nicht mehr einsetzen“, sagt Thomas Moschke, Freitaler Sicherheits-Chef.

Auch die Drogeriekette hat sich für den Vorfall bereits bei den Kunden Steier entschuldigt.