"Krieg dem DFB": Vereine solidarisieren sich mit Dynamo

Beim Spiel Hertha BSC gegen Leverkusen hielten beide Fanlager ein Solidarisierungsplakat hoch.
Beim Spiel Hertha BSC gegen Leverkusen hielten beide Fanlager ein Solidarisierungsplakat hoch.

Dresden - Die Empörung am vergangenen Sonntag war riesengroß, die Fanszenen fanden die Aktion aber offenbar richtig gut.

Nach dem Auftritt der Dynamo-Anhänger in Camouflage-Outfit beim Karlsruher SC und der Erklärung "Krieg dem DFB", haben sich einige Fangruppierungen am Sonnabend in der Bundesliga und der Dritten Liga mit den Ultras der SGD solidarisiert.

In den Fankurve von Hertha BSC, Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, dem HSV, dem 1. FC Magdeburg und dem FSV Zwickau.

Wobei in Magdeburg nicht "Krieg dem DFB" stand, sondern "Ihr habt Angst vor der Kriegserklärung der Fans, doch führt ihr seit Jahren Krieg gegen uns Fans. Schweine DFB."

In Dresden wartet man unterdessen, was nun wohl vom Verband kommen mag. Der sprach nach der Aktion von einer neuen Dimension, Dynamos Sportgeschäftsführer Ralf Minge machte klar, dass die Schwarz-Gelben Teil des DFB seien und in einem Miteinander Krieg die schlechteste aller Optionen sei.

Das Banner der Hertha-Fans.
Das Banner der Hertha-Fans.

Bis jetzt hat sich der Verein noch nicht zu möglichen Konsequenzen geäußert. Wohl auch, um erst einmal das letzte Spiel der Saison am Sonntag zum 15.30 im DDV-Stadion gegen Arminia Bielefeld abzuwarten. Am Montag wird es dann eine Pressekonferenz geben.

Durchgesickert ist allerdings, dass der DFB offenbar allen Ernstes darüber nachdenkt, Dynamo Punkte abzuziehen. Auf welcher Grundlage, das ist völlig unklar. Auch, ob es nach der Saison passieren könnte, oder die Schwarz-Gelben mit einer Hypothek in die neue Saison geschickt werden.

Doch was macht der Verband dann mit den Vereinen, die nun das gleiche Transparent hochhielten? Wie weit soll sich die Strafen-Spirale noch drehen?

In der Vergangenheit ließ sich der DFB zwar drakonische Strafen einfallen, doch auf juristischem Wege waren die Vereine oft alleingelassen. Verfahren gegen Täter wurden eingestellt oder fallen gelassen, die Justiz und die Politik sind auch gefragt.

Wobei es in Karlsruhe um eine Symbolik geht, nicht um schwer verletzte Personen wie etwa bei dem Vorfall von Borussia Dortmund, bei dem die Fans Pflastersteine auf Anhänger von RB Leipzig warfen.

Beim Spiel in Karlsruhe wurde kein Polizist von den Fans schwer verletzt, einige erlitten ein Knalltrauma, ein Beamter verletzte sich schwer, weil er von seinem Pferd angegriffen wurde. Die Fans plünderten im Stadion allerdings einen Imbissstand, am Einlass erlitten Sicherheitsbeamte einige Schürfwunden, weil die Anhänger den Eingang stürmten.

Einige Einlasskontrolleure bekamen aber auch die volle Ladung Pfefferspray der Polizei ins Gesicht. In einem sind sich bislang alle einig: Krieg ist keine Option. So kann der Konflikt mit dem Verband nicht gelöst werden.

Doch eine Erklärung der aktiven Fanszene von Dynamo in der Woche machte auch klar, dass sie sich die Verantwortlichen bei der Dachorganisation der Vereine Gedanken machen müssen, wie sie mit Themen wie Pyrotechnik etc. umgehen wollen.

Ein angestrebter Dialog wurde ergebnislos abgebrochen, immer nur die Vereine in einer Endlospirale mit drakonischen Strafen zu belegen, kann keine Lösung sein.


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