Mario Basler teilt wieder aus! Gel, Stirnband, Tattoos: "Ich würde durchdrehen"

Berlin - Er ist und bleibt ein Typ, den der deutsche Fußball wohl kein zweites Mal hat. Mario Basler steht für eine Generation Spieler, die sich zumindest von der Außendarstellung deutlich von den heutigen Profis abhebt - nun hat der ehemalige Bundesligaspieler mal wieder fleißig Verbal-Watschn verteilt.

Auch als Trainer war Basler schon aktiv. Unter anderem zwischen 2011 und 2012 beim damaligen Drittligisten Rot-Weiß Oberhausen.
Auch als Trainer war Basler schon aktiv. Unter anderem zwischen 2011 und 2012 beim damaligen Drittligisten Rot-Weiß Oberhausen.  © Roland Weihrauch dpa/lnw

"Ich glaube, ich käme in der heutigen Zeit mit den Spielern gar nicht zurecht. Ich würde durchdrehen", so der inzwischen 50-Jährige im Magazin "Playboy". Seinerzeit um keinen Skandal verlegen, kritisiert er nicht zum ersten Mal Verhalten und Außendarstellung der heutigen Profis.

"Die stehen 'ne Stunde vor dem Spiegel, machen Gel in die Haare, Stirnbänder drauf. Dann kommen sie mit verbundenem Arm zum Training, weil sie sich haben tätowieren lassen, und können zwei Tage nicht trainieren", kritisiert der 30-malige deutsche Nationalspieler. "Das ist nicht mehr mein Fußball."

Ob er Ex-Nationalspieler Mesut Özil als "toten Frosch" bezeichnete, oder im vergangenen Februar nach einer dürftigen Leistung des BVB in der Champions League auf die Dortmund-Profis draufhaute: Basler ist bekannt für klare Kante, so attestierte er Weltmeister Mario Götze, dass dieser lediglich die "Kapitänsbinde nur spazieren" getragen habe, während ihm bei Dan-Axel Zagadou "das Messer im Sack aufgeht".

Als Spieler galt Mario Basler indes als eines der größten Talente des deutschen Fußballs, eckte aber gerne auch einmal an, sprach unbequeme Wahrheiten und Meinungen direkt aus. An ihm konnte und kann man sich reiben.

Mario Basler: Über Berlin und Bremen zum FC Bayern und zurück nach Kaiserslautern

"Basler ballert". Der ehemalige Nationalspieler bei einem seiner Live-Auftritte mit seinem Programm.
"Basler ballert". Der ehemalige Nationalspieler bei einem seiner Live-Auftritte mit seinem Programm.  © Oliver Dietze/dpa

1996 verpflichtete der FC Bayern München den gebürtigen Pfälzer. Für die damals hohe Ablösesumme von über acht Millionen D-Mark wechselte er von der Weser an die Isar.

Wie Bayern-Präsident Uli Hoeneß zu seinem unrühmlichen Abschied drei Jahre später sagt, soll Basler abseits des Platzes des Öfteren mit privaten Skandalen geglänzt haben.

Das Fass zum Überlaufen brachte letztlich eine Schlägerei in einem Wirtshaus, bei dem "Super Mario" anwesend gewesen sein soll.

Basler selbst sah das Ganze etwas anders - er sah die Vertragsauflösung im November 1999 als Retourkutsche, weil er seinen Vertrag beim Rekordmeister nicht verlängerte. Für 1,5 Millionen D-Mark ging es dann zu seinem Jugendverein 1.FC Kaiserslautern zurück.

Neben seinen Stationen in München und Kaiserslautern war er auch beim SV Werder Bremen, Hertha BSC Berlin und RW Essen als Spieler aktiv. Von 2003-2004 schnürte er seine Fußballschuhe bei Al Rayyan in Katar. Im Anschluss spielte er immer mal wieder bei dem einen oder anderen Amateurklub.

Zu seinen größten Erfolgen zählen neben dem mehrfachen Gewinn der Meisterschale und des DFB-Pokals auch der Europameisterschaftstitel 1996.

Seit Ende letzten Jahres füllt er mit seinem Programm "Basler ballert" Säle. Er "redet" über den Fußball und sich, erzählt Geschichten und teilt seine Ansichten mit den Zuschauern. Nie auf den Mund gefallen, enttäuscht er auch hier nicht, entertaint die Menschen mit einer vollen Dröhnung Basler.

Der eine oder andere aktuelle Spieler kommt dabei freilich nicht ungeschoren davon.

"Eigentlich bin ich ein super Typ". Das ist der Titel des neuen Buches von Mario Basler.
"Eigentlich bin ich ein super Typ". Das ist der Titel des neuen Buches von Mario Basler.  © Christoph Soeder/dpa

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