Feuerwehr sperrt Ostsee-Strand: Lebensgefährlicher Stoff angespült

Graal-Müritz - Lebensgefährlicher Chemie-Alarm am Traumstrand! Die Feuerwehr rückte am Samstag an und sperrte einen Strandabschnitt in Graal-Müritz bei Rostock.

Die Feuerwehr hat den betroffenen Strandabschnitt in Graal-Müritz abgesperrt.
Die Feuerwehr hat den betroffenen Strandabschnitt in Graal-Müritz abgesperrt.  © Blaulicht-News / Vormeyer

Dafür ist ein vermeintlicher Bernstein-Brocken verantwortlich. Am Vormittag ging ein Badegast am Ostsee-Strand entlang und fand den kleinen, gelben Klumpen.

Doch statt des begehrten Bernsteins war es lebensgefährlicher Phosphor. Der sieht dem versteinerten Baumharz zum Verwechseln ähnlich. Zum Glück handelte der Badegast richtig und alarmierte die Feuerwehr.

Die sperrte den Strandabschnitt. Zusammen mit Mitgliedern der DLRG suchten Feuerwehrleute Strand und Wasser nach weiteren Phosphorklumpen ab.

Nach etwa drei Stunden Entwarnung: Die Retter fanden nichts. Der Strand konnte wieder freigegeben werden.

Das gefundene Stück Phosphor brannte unter Aufsicht der Feuerwehr auf einer Metall-Schaufel ab.

Erst vor wenigen Tagen hatte ein Badegast am Strand in Scharbeutz bei Lübeck einen Klumpen der Substanz gefunden. Der Fund ging ebenfalls glimpflich aus.

Deswegen ist Phosphor so gefährlich

DLRG-Mitglieder und Feuerwehr suchen im Wasser und am Strand nach weiterem Phosphor.
DLRG-Mitglieder und Feuerwehr suchen im Wasser und am Strand nach weiterem Phosphor.  © Blaulicht-News / Vormeyer

Weißer Phosphor ist sehr gefährlich. Die Chemikalie ist hochgiftig und entzündet sich selbst bei Temperaturen zwischen 20 und 40 Grad, wenn sie getrocknet ist.

Die Flamme ist bis zu 1300 Grad heiß und kann nicht mit Wasser gelöscht werden, aber Sand hilft.

Im August vor zwei Jahren fand eine Spaziergängerin falschen Bernstein am Elbstrand in Wedel und steckte ihn ein. Als er trocknete, setzte der Phosphor die Jacke in Brand. Die 41-Jährige kam mit dem Schrecken davon.

Immer wieder werden Phosphorklumpen an der Ostsee angespült. Sie stammen vor allem aus dem Zweiten Weltkrieg.

In Nord- und Ostsee liegen rund 1,6 Millionen Tonnen Sprengstoff und chemische Waffen aus den Weltkriegszeiten. Nach Jahrzehnten rosten die Metallhüllen und die gefährlichen Stoffe treten aus, werden schließlich angeschwemmt.

Die Feuerwehr rät deswegen dazu beim Steinesammeln auf folgende Dinge zu achten:

  • Funde nur in einem nicht brennbaren Gefäß (Metalldose, Glas) sammeln, keinesfalls in Hosen- oder Jackentaschen stecken.
  • Steine feucht halten, bis sie zweifelsfrei identifiziert sind.
  • Funde im Freien auf einer nicht brennbaren Oberfläche trocknen.
  • Dämpfe nicht einatmen, falls die Funde qualmen und brennen. Das ist hochgiftig und lebensgefährlich.
  • Nur mit Sand löschen.

Generell sollten Strandbesucher an der Ostsee vorsichtig sein, auch wegen Blaualgen und Petermännchen. Am besten ist es, berstensteinähnliche Steine lieber im Wasser liegen zu lassen.

Titelfoto: Blaulicht-News / Vormeyer


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