Cannabis-Befürworter stellen klar: "Schluss, sich ins Privatleben der Bürger einzumischen!"

Berlin - Gebt den Hanf frei... Während manche Polizei-Granden einen "Kampf gegen die Cannabis-Legalisierung" führen, werden Befürworter der sanften Droge nicht müde, gegen diese "Falschinformationen" anzuschreiben.

Faust drauf: Beim Thema Cannabis sind sich Marie-Agnes Strack-Zimmermann (63, FDP, l.) und Claudia Roth (66, Grüne, Mitte) einig.
Faust drauf: Beim Thema Cannabis sind sich Marie-Agnes Strack-Zimmermann (63, FDP, l.) und Claudia Roth (66, Grüne, Mitte) einig.  © Screenshot: YouTube.de/Tagesschau

Seit 50 Jahren wird im Nachbarland Niederlande gekifft, seit vergangenem Jahr auch in einigen US-amerikanischen Bundesstaaten.

In Deutschland formieren sich ebenfalls immer mehr Befürworter der "Friedenspfeifen". Die Hashtags #VernunftWirdSiegen und #WirSindNichtKriminell trenden seit Tagen auf Twitter.

Auch wenn von den Sondierungs-Gesprächen der wahrscheinlich künftigen Ampel-Regierung wenig in Bezug auf eine eventuelle Legalisierung verlautbart wird, ist es wahrscheinlich, dass Cannabis freigegeben wird.

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Am Donnerstagabend war der "erlaubte Rausch" bei Markus Lanz (52) Thema. Die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (63) machte deutlich, dass die Liberalen offenbar nichts gegen das grüne Kraut haben, das bereits in die Medizin Einzug gehalten hat. So sagte die 63-Jährige in Richtung CSU-Generalsekretär Markus Blume (46): "Seien sie doch nicht so spießig. Die halbe Junge Union will kiffen."

Während Noch-Gesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU) gegen eine Legalisierung ist, zeigt sich der Grüne Cem Özdemir (55) offen fürs Rausch-Grün.

Dass Deutschland vielleicht bald ein Kiffer-Paradies wird, schmeckt auch "hohen Polizei-Beamten" offenbar nicht. Seit einigen Tagen wird Cannabis mit immer mehr negativen Assoziationen in Verbindung gebracht.

Polizei-Meinung stehe im Widerspruch zu wissenschaftlichen Erkenntnissen

Wie lange gibt es noch die "versteckten Cannabis-Plantagen" in Privat-Hand? (Symbolbild)
Wie lange gibt es noch die "versteckten Cannabis-Plantagen" in Privat-Hand? (Symbolbild)  © Polizeirevier Salzlandkreis

"Als Angehörige der Strafverfolgungsbehörden halten wir es für unsere Pflicht, uns gegen Stimmen auszusprechen, die versuchen, Polizeigewalt gegen Mitglieder der Gemeinschaft/Community/Gesellschaft durch grausame und rückschrittliche Gesetze zu vertiefen", heißt es in der Stellungnahme des Law Enforcement Against Prohibition Deutschland e. V. (LEAP).

Und weiter: "Deshalb beziehen wir heute Stellung und verurteilen die Äußerungen des Vorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt" (64).

Die unreflektierte, unzeitgemäße und repressive Haltung der Vorsitzenden dieser (Polizei-)Gewerkschaften stünden im Widerspruch zu wissenschaftlichen Erkenntnissen des Expertenausschusses für Drogenabhängigkeit (ECDD), eines unabhängigen wissenschaftlichen Gremiums, welches die WHO (Weltgesundheitsorganisation) auf der Grundlage einer wissenschaftlichen Bewertung des potenziellen Gesundheitsrisikos und des therapeutischen Nutzens berät.

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Es sei "deren Aufgabe, Werturteile darüber abzugeben, ob eine Regelung richtig ist oder nicht, und es war genau der ECDD, der 2019 die angemessene Neueinstufung von Cannabis innerhalb der internationalen Drogenkonventionen empfahl".

Cannabis gehört "in die Gesundheitsbehörden und nicht in die Strafverfolgungsbehörden"

Cannabispflanzen sind schön anzusehen. (Symbolbild)
Cannabispflanzen sind schön anzusehen. (Symbolbild)  © 123RF /Tyson Anderson

Diese Empfehlungen wurden im vergangenen Dezember von der UN-Suchtstoffkommission angenommen und bestätigt: Hier hat Deutschland für die Anerkennung des medizinischen Werts und die Streichung von der restriktivsten Liste des internationalen Drogenkontrollmodells gestimmt.

Daher müsse man sehen, "dass die Gewerkschaftsführer die Bundesregierung auffordern, ihre Verpflichtungen gegenüber der Gemeinschaft und ihren internationalen Partnern nicht einzuhalten".

"Es reicht endlich, sich in das Privatleben der Bürger einzumischen und das Misstrauen gegenüber der Gemeinschaft zu verstärken", schreiben die Befürworter. Cannabis und Drogengebrauch gehören "in die Gesundheitsbehörden und nicht in die Strafverfolgungsbehörden".

"Wir rufen die Mitglieder der Polizeigewerkschaften auf, sich auf die Seite der Bürger und Bürgerinnen zu stellen und von ihren Gewerkschaftsführern zu verlangen, dass sie sich für die Verbesserung der Bedingungen für die Strafverfolgung einsetzen, um echte Probleme wirksam zu bekämpfen, für die wir nicht genügend Ressourcen haben."

"Dies gilt auch als Aufruf an die Medien, Journalisten und Journalistinnen, sich nicht zu Fehlinformationen hinreißen zu lassen" - gut, das wäre hiermit geschehen.

Vielleicht findet der heimliche Anbau auf Balkonen, in Altersheimen oder dem Kleingarten und die strafrechtliche Verfolgung mit der neuen Regierung ein Ende... da hätten Polizisten mehr Zeit, um schwerwiegendere Straftaten aufzuarbeiten.

Titelfoto: 123RF /Tyson Anderson

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