Von Petra Albers, Mona Wenisch und Alina Eultgem
Köln – Jugendliche greifen wieder häufiger zu Zigaretten und Vapes. Das zeigt eine neue Umfrage des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit (BIÖG).
Demnach hat 2025 fast jeder zehnte Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren Nikotinprodukte konsumiert. 2021 lag der Anteil noch bei 6,1 Prozent, inzwischen sind es 9,6 Prozent. Besonders E-Zigaretten liegen im Trend.
"Die Drogenaffinitätsstudie ist ein klares Warnsignal", sagte der Sucht- und Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck (48, CDU), bei der Vorstellung der Zahlen in Köln.
Jugendliche würden wieder häufiger rauchen und vapen, weil die Produkte "leichter sichtbar, leichter verfügbar und oft gezielt attraktiv gemacht" seien. Deshalb brauche man in jeglicher Hinsicht strengere Regeln.
Besonders auffällig: Der Vape-Konsum bei Mädchen ist massiv gestiegen. Während 2021 nur 1,8 Prozent der weiblichen Jugendlichen Mehrweg-E-Zigaretten nutzten, sind es inzwischen 7,8 Prozent.
Bei Jungen stieg der Anteil von 2,9 auf 6,7 Prozent.
Bundesregierung will einige Inhaltsstoffe verbieten
Laut BIÖG sind E-Zigaretten oft der Einstieg in späteren Tabakkonsum. Jugendliche, die vapen, hätten ein dreifach höheres Risiko, später normale Zigaretten zu rauchen.
Auch süße Geschmacksrichtungen wie Cola, Kiwi oder Kaugummi stehen in der Kritik. Diese würden die Hemmschwelle senken und Nikotin für Jugendliche attraktiver machen. Deshalb plant die Bundesregierung, einige Inhaltsstoffe – darunter Menthol – künftig zu verbieten.
Nach Angaben des BIÖG sterben in Deutschland jedes Jahr rund 130.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Rauchen sei damit weiterhin das größte vermeidbare Risiko für einen vorzeitigen Tod.