Beiträge können im neuen Jahr stark steigen: Krankenkassen müssen nicht informieren!

München - Auch 2023 sollen die Beiträge für die gesetzlichen Krankenkassen weiter steigen. Es muss mit einer Preissteigerung von bis zu 347 Euro gerechnet werden.

Nächstes Jahr müssen die Deutschen für ihre Gesundheit wieder tief in die Tasche greifen. (Symbolfoto)
Nächstes Jahr müssen die Deutschen für ihre Gesundheit wieder tief in die Tasche greifen. (Symbolfoto)  © 123RF/rebmann

Das berichtete das Preisvergleichsportal Check24. Insgesamt sind 48 Krankenkassen von der Beitragserhöhung betroffen.

Die Beitragsbemessungsgrenze, also der maximale jährliche Verdienst, nach dem die Krankenkassenbeiträge berechnet werden, steige dabei von 58.050 Euro auf ein Rekordniveau von 59.850 Euro.

Auch der durchschnittliche Wert für den Zusatzbeitrag soll sich erhöhen: von 1,3 auf 1,6 Prozent. Dieser Beitrag variiert von Krankenkasse zu Krankenkasse. Laut einer Berechnung des Preisvergleichsportals steige der durchschnittliche Zusatzbeitrag bislang aber nur auf maximal 1,5 Prozent an.

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Dr. Daniel Güssow, Managing Director für den Bereich der gesetzlichen Krankenkassen bei Check24 erklärte: "Wie hoch die zusätzlichen Kosten am Ende sind, hängt davon ab, wie stark die eigene Krankenkasse den Zusatzbeitrag anhebt."

Laut Güssow sollen bereits kleine Beitragsanpassungen zu empfindlichen Mehrkosten führen können.

40,9 Millionen Mitglieder von gesetzlichen Krankenkassen sind von der Beitragserhöhung betroffen. Selbstständige treffe es dabei besonders hart, denn sie müssen auch den Anteil übernehmen, den sonst der Arbeitgeber trägt. Diese zusätzliche Belastung könnte bis zu 693 Euro betragen.

Lohnt sich ein Versicherungswechsel 2023?

Ein Vergleich der Beitragserhöhungen der Krankenkassen könnte für 2023 viel Geld einsparen! (Symbolfoto)
Ein Vergleich der Beitragserhöhungen der Krankenkassen könnte für 2023 viel Geld einsparen! (Symbolfoto)  © 123RF/lacheev

Nur 20 der insgesamt 97 deutschen Krankenkassen werden ihren Zusatzbeitrag im kommenden Jahr nicht erhöhen. Das lässt immerhin für 26 Millionen Menschen aufatmen. Drei Krankenkassen senken sogar ihren Beitrag, worüber sich 85.000 Mitglieder freuen können.

Wer von einer Erhöhung des Zusatzbeitrags betroffen ist und deshalb 2023 zu einer anderen Krankenkasse wechseln möchte, kann von einem Sonderkündigungsrecht gebrauch machen. Als Arbeitnehmer lassen sich so bis zu 299 Euro sparen, für Selbstständige rechnet sich ein Wechsel zum Jahresende sogar mit bis zu 598 Euro jährlich.

Diese Möglichkeit bestehe laut Dr. Güssow selbst für Verbraucher, welche erst kürzlich die gesetzliche Krankenkasse gewechselt haben.

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Nicht immer werden Versicherte von ihren Krankenkassen über Beitragsänderungen informiert. Bis Juni 2023 ist die gesetzliche Informationspflicht für Krankenkassen ausgesetzt, so Check24. Damit kann nun jeder Versicherungsanbieter individuell entscheiden, ob und auf welchem Weg er seine Mitglieder über etwaige Beitragserhöhungen informiert.

Deshalb veröffentlichte das Vergleichsportal eine Auflistung mit den Änderungen der Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen. Wer sich über die Beitragsentwicklung nicht sicher ist, kann sich so schnell darüber informieren, ob sich ein Wechsel lohnt oder nicht.

Krankenkassen sind gesetzlich in der Pflicht, Anträge auf Mitgliedschaft anzunehmen. Es besteht daher kein Risiko bei einem Versicherungswechsel, welcher durch die automatische Abmeldung des bisherigen Anbieters recht unkompliziert funktioniert.

Titelfoto: 123RF/rebmann

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