Hausärzte kritisieren Notfallreform und warnen Kanzler Merz vor noch mehr Belastung

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Von Sebastian Münster

Magdeburg - Sachsen-Anhalts Hausärzte warnen Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) in einem offenen Brief vor ungeklärten Personalfragen in der jüngst vom Bundestag verabschiedeten Notfallreform.

Sachsen-Anhalt kämpft seit Jahren mit fehlendem Nachwuchs bei Ärztinnen und Ärzten. (Symbolfoto)
Sachsen-Anhalt kämpft seit Jahren mit fehlendem Nachwuchs bei Ärztinnen und Ärzten. (Symbolfoto)  © Julian Stratenschulte/dpa

Es sei bislang vollkommen ignoriert worden, "wer die zusätzlichen Aufgaben erbringen soll", heißt es in dem Schreiben von Torsten Kudela, dem Vorsitzenden des Hausärzteverbandes Sachsen-Anhalt. 

Die Notfallreform des Bundes sieht unter anderem vor, für Akutfälle rund um die Uhr eine telefonische oder videounterstützte Versorgung anzubieten, bei Bedarf auch vor Ort.

Sogenannte integrierte Notfallzentren, die an Kliniken angedockt werden, sollen Patientinnen und Patienten nach einer Ersteinschätzung den weiteren Weg weisen - etwa in die Sprechstunde einer Kooperationspraxis.

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Ziel ist es, die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu entlasten. "Neue Strukturen schaffen keine zusätzlichen Ärzte – sie verteilen lediglich die ohnehin knappe Arztarbeitszeit neu", kritisiert Kudela. 

Außerdem vermisse der Hausärzteverband dem Schreiben zufolge "die oft versprochene und dringend nötige Entlastung von Bürokratie und unnötiger Arbeit" und "den Willen des Gesetzgebers, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu heben".

Nachwuchs fehlt, Anerkennung dauert

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Sachsen-Anhalt hatte bereits im April gewarnt, Doppelstrukturen würden Personal binden, "das wir nicht haben". Sachsen-Anhalt kämpft seit Jahren mit fehlendem Nachwuchs bei Ärztinnen und Ärzten. Die KV rechnete im vergangenen Jahr damit, dass bis 2030 etwa ein Drittel der Mediziner in den Ruhestand geht.

Gleichzeitig warteten Ärztinnen und Ärzte mit ausländischem Abschluss zuletzt im Schnitt 86 Wochen auf ihre Anerkennung.

Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

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