Verdi ruft erneut zu Warnstreik im ÖPNV auf: "Zeit der Warnungen ist vorbei!"

Magdeburg - Die Gewerkschaft Verdi hat am kommenden Freitag erneut zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr in ganz Sachsen-Anhalt aufgerufen. Sie wollen damit den Druck auf die Verhandlungspartner erhöhen.

Die Gewerkschaft Verdi hat in Sachsen-Anhalt erneut zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. (Archivbild)
Die Gewerkschaft Verdi hat in Sachsen-Anhalt erneut zu Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen. (Archivbild)  © Hendrik Schmidt/dpa

"Offenbar haben weder die Politik noch die Arbeitgeber die Zeichen der Zeit erkannt. Die Beschäftigten brauchen spürbare finanzielle Entlastung – jetzt! Leider können wir weiterhin keinerlei Bewegung erkennen", sagt Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt in einer Pressemeldung.

Es habe bisher keine verhandelbaren Angebote gegeben, hieß es, weder zur Entlastung der Arbeitskräfte, noch verbessertes Einkommen und Ausbildungsvergütung. Auch der Fachkräftemangel und die drohende Inflation üben stark Druck auf die Gewerkschaft aus.

Vor der nächsten Verhandlungsrunde des Entgeldtarifvertrages am 29. August will Verdi "ein deutliches Signal [...] senden und die dringende Notwendigkeit einer Einigung betonen".

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Aufgerufen zum Streik sind die Beschäftigten und Auszubildenden der Halleschen Verkehrs AG, Dessauer Verkehrsgesellschaft mbH, Magdeburger Verkehrsbetriebe GmbH & Co. KG und Verkehrsgesellschaft sowie die PVG Burgenland GmbH.

"Die Zeit der Warnungen ist vorbei. Sollten wir in der kommenden Woche erneut zu keinem Ergebnis kommen, steht eine massive Ausweitung der Arbeitskampfmaßnahmen unmittelbar im Raum", so der Gewerkschafter.

Gefordert werden ein Inflationsausgleich von einem Euro pro Stunde, die Erhöhung der Ausbildungsvergütung um 150 Euro und eine Aufwertungskomponente in Höhe von 50 Cent pro Stunde.

Fridays For Future ruft zur Demonstration auf

Auch die Ortsgruppen von Fridays For Future in Halle und Magdeburg haben am Freitag zu einer Demonstration aufgerufen. Pünktlich zum Schulstart nach den Sommerferien wollen die Demonstranten ebenfalls auf eine fehlende Ausfinanzierung des öffentlichen Nahverkehrs aufmerksam machen.

Genauso kritisieren die Aktivisten die fehlender Verlängerung des 9-Euro-Tickets. "Die Verkehrswende bleibt so auf der Strecke liegen. Deswegen kämpfen wir Hand in Hand mit den Beschäftigten der Verkehrsbetriebe für einen starken und günstigen ÖPNV", so heißt es in der Mitteilung.

Die Demonstranten starten um 12 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz in Magdeburg.

Originalmeldung vom 24. August um 14 Uhr, aktualisiert um 15.30 Uhr.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa

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